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Die '''Sunuker''' waren eine [[Germanen|germanische Stammesgruppe]], deren Siedlungsgebiet im 1. und 2. Jahrhundert n. Chr. im heutigen Rheinland lag. Sie gehören zu den kleineren westgermanischen Völkerschaften, deren Existenz vor allem durch römische Quellen und archäologische Funde bekannt ist. Ihr Gebiet befand sich zwischen den Flusssystemen der Maas und der Rur und grenzte an andere germanische Gruppen wie die Tungrer und Ubier.
Die '''Sunuker''' waren eine [[Germanen|germanische Stammesgruppe]], deren Siedlungsgebiet im 1. und 2. Jahrhundert n. Chr. im heutigen Rheinland lag. Sie gehören zu den kleineren westgermanischen Völkerschaften, deren Existenz vor allem durch römische Quellen und archäologische Funde bekannt ist. Ihr Gebiet befand sich zwischen den Flusssystemen der Maas und der Rur und grenzte an andere germanische Gruppen wie die Tungrer und Ubier.



Aktuelle Version vom 15. Februar 2026, 15:02 Uhr

Die germanischen Völker um das Jahr 50 n. Chr.

Die Sunuker waren eine germanische Stammesgruppe, deren Siedlungsgebiet im 1. und 2. Jahrhundert n. Chr. im heutigen Rheinland lag. Sie gehören zu den kleineren westgermanischen Völkerschaften, deren Existenz vor allem durch römische Quellen und archäologische Funde bekannt ist. Ihr Gebiet befand sich zwischen den Flusssystemen der Maas und der Rur und grenzte an andere germanische Gruppen wie die Tungrer und Ubier.

Name

Die Bezeichnung „Sunuker“ ist in verschiedenen Quellen als Sunuci oder Sinuci überliefert. Die genaue Herkunft des Stammesnamens ist unklar. Etymologische Deutungen führen ihn teilweise auf indogermanische Wortwurzeln zurück, die mit „Schwein“ oder „Sohn“ in Verbindung gebracht werden. Die Vielfalt der Interpretationen zeigt die Unsicherheit bei der Rekonstruktion antiker Ethnonyme.

Siedlungsgebiet und Nachbarschaften

Im römischen Zeitraum besetzten die Sunuker ein Territorium im westlichen Rheinland, das später innerhalb der römischen Verwaltung zur Civitas Agrippinenses gehörte. Ihr Siedlungsraum erstreckte sich über heutige Regionen um Aachen, Jülich, Eschweiler und Düren sowie angrenzende Gebiete in Belgien und den Niederlanden. Nachbarstämme waren die Tungrer und die Ubier. Es ist wahrscheinlich, dass sie auch Kontakte zu keltisch beeinflussten Gruppen pflegten, da ihr Gebiet an die keltische Kulturzone grenzte.

Kultur und Religion

Über die religiösen Vorstellungen der Sunuker ist nur wenig bekannt. Inschriften deuten auf die Verehrung einer Stammesgöttin hin, deren Name mit Sunuxal überliefert ist. Sie dürfte als Schutz- oder Ursprungsgestalt des Stammes gegolten haben. Ihre genaue Funktion ist nicht eindeutig rekonstruiert, und Vergleiche mit anderen germanischen Theonymen sind selten.

Geschichte

Die Entstehung der Sunuker ist nicht abschließend dokumentiert. Wie viele Gruppen im linksrheinischen Raum entstanden sie vermutlich durch Migration und kulturelle Durchmischung. Im 1. Jahrhundert n. Chr. standen sie unter dem Einfluss römischer Präsenz und nahmen an regionalen Konflikten teil, unter anderem im Zusammenhang mit dem Bataveraufstand der Jahre 69–70 n. Chr. Ihre Angehörigen wurden später in römische Auxiliartruppen rekrutiert, was ihre militärische und politische Beteiligung belegt.

Römische Epoche und Militärdienst

Die Sunuker stellten eine Infanterieeinheit in den römischen Auxiliartruppen, die als Cohors I Sunicorum bekannt ist. Diese Einheit diente in verschiedenen Provinzen des römischen Reiches und war Teil der Grenzverteidigung. Damit waren Angehörige der Sunuker über ihr ursprüngliches Siedlungsgebiet hinaus in römischen Quellen präsent.

Nachwirkung

Nach dem frühen 2. Jahrhundert verschwinden die Sunuker in den Quellen. Es wird angenommen, dass sie in benachbarte Gruppen wie die Ubier integriert wurden. Diese Entwicklung spiegelt die Dynamik kleinräumiger Stammesverbände im römischen Grenzraum wider.

Literatur