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'''Publius Cornelius Tacitus''' (auch einfach '''Tacitus''' genannt: * um 58; † nach 120) war ein [[Römisches Reich|römischer]] Senator, Konsul und einer der bedeutendsten Historiker der römischen Antike. Seine Werke, darunter die „Annalen“ und die „Historien“, zählen zu den wichtigsten Quellen zur Geschichte des Römischen Reiches im 1. und frühen 2. Jahrhundert. | '''Publius Cornelius Tacitus''' (auch einfach '''Tacitus''' genannt: * um 58; † nach 120) war ein [[Römisches Reich|römischer]] Senator, Konsul und einer der bedeutendsten Historiker der römischen Antike. Seine Werke, darunter die „Annalen“ und die „Historien“, zählen zu den wichtigsten Quellen zur Geschichte des Römischen Reiches im 1. und frühen 2. Jahrhundert. | ||
== Leben == | == Leben und politische Laufbahn von Tacitus == | ||
Über das Leben des römischen Historikers Tacitus sind nur wenige gesicherte Informationen überliefert, die sich aus eigenen Angaben, fragmentarischen Inschriften und Berichten zeitgenössischer Autoren, insbesondere des jüngeren Plinius, ergeben. Tacitus wurde vermutlich um 58 n. Chr. geboren und erhielt offenbar eine sorgfältige Ausbildung, die auf eine spätere Tätigkeit im öffentlichen Dienst vorbereitete. Als Lehrer nennt er selbst Marcus Aper und Iulius Secundus, von denen er die rhetorische und juristische Grundlage für seine Laufbahn erhielt. Früh trat er als Gerichtsredner in Erscheinung und erwarb sich schon in jungen Jahren Ansehen, wie Plinius in seinen Briefen mehrfach hervorhebt. | |||
In den späten 70er Jahren n. Chr., vermutlich um 76 oder 77, verlobte er sich mit der Tochter des Konsuls Gnaeus Iulius Agricola und heiratete sie wenig später. Unter Kaiser Vespasian begann Tacitus seine senatorische Karriere, die er unter den nachfolgenden flavischen Kaisern fortsetzte. Die exakten Zeitpunkte der einzelnen Ämter sind nicht vollständig überliefert, lassen sich aber durch den Vergleich mit besser dokumentierten Karrieren rekonstruieren. Vermutlich bekleidete er zunächst das Amt eines Decemvir stlitibus iudicandis, danach war er wahrscheinlich Militärtribun. Anschließend übernahm er die Position des quaestor Augusti, möglicherweise gegen Ende der Regierung des Titus. Später bekleidete er das Volkstribunat, das in die Anfangsjahre Domitians fällt, und möglicherweise diente er zudem als Legat eines Prokonsuls in einer Provinz. | |||
Tacitus war nach eigenen Angaben im Jahr 88 n. Chr. Prätor und zugleich Quindecimvir sacris faciundis, ein wichtiges religiöses Amt. Danach hielt er sich mehrere Jahre außerhalb Roms auf, möglicherweise in einer Provinz als Statthalter oder Legat, weshalb er nicht beim Tod seines Schwiegervaters im Jahr 93 anwesend war. Trotz späterer kritischer Darstellung Domitians als Tyrann kann Tacitus’ Laufbahn unter diesem Kaiser als erfolgreich angesehen werden. Unter Kaiser Nerva wurde er 97 n. Chr. Suffektkonsul, möglicherweise nach einer Designation durch Domitian, und hielt in diesem Zusammenhang eine Leichenrede auf Lucius Verginius Rufus. Ab Beginn der Herrschaft Trajans begann Tacitus seine schriftstellerische Tätigkeit und widmete sich der Verfassung seiner Historien. | |||
Tacitus | |||
== | Im Jahr 100 n. Chr. trat Tacitus gemeinsam mit Plinius in einem Repetundenverfahren gegen den ehemaligen Statthalter von Africa, Marius Priscus, auf. In den Jahren 100 bis 104/105 war er offenbar zeitweilig außerhalb Roms tätig, vermutlich erneut als Statthalter einer konsularischen Provinz. Nach seiner Rückkehr begann er die Arbeit an den Historien. Spätestens im Amtsjahr 112/113 bekleidete er das Prokonsulat der Provinz Asia, eine der angesehensten Positionen im römischen Senat, wie eine Inschrift aus Mylasa belegt. Dieses Amt deutet auf eine hohe Wertschätzung Tacitus’ durch Kaiser Trajan hin. Über sein genaues Todesjahr ist nichts überliefert, doch ist anzunehmen, dass er Trajan überlebt hat. | ||
== Tacitus als Historiker und Redner == | |||
Tacitus zählt zu den herausragenden Rednern und Historikern seiner Zeit. In seiner rhetorischen Ausbildung orientierte er sich stark an Marcus Tullius Cicero, dem bedeutendsten Vertreter der klassischen römischen Redekunst, und widmete der rhetorischen Theorie das Werk Dialogus de oratoribus. Nach seinem Konsulat unter Kaiser Nerva im Jahr 97 n. Chr. begann er mit der Abfassung seiner umfangreichen Geschichtswerke, die möglicherweise bis in die Herrschaft Hadrians reichen. In seinen historischen Schriften betrachtete Tacitus die Zeitspanne von Tiberius bis Domitian aus der Perspektive eines Senators und beurteilt sie vor allem danach, inwieweit sie den republikanischen Idealvorstellungen noch entsprachen. Grundlegend kritisierte er die monarchische Herrschaft und beklagte den Verlust der Freiheit des Senats. Durch seine sprachlich präzisen und analytisch scharfen Darstellungen hat Tacitus das moderne Verständnis des Römischen Reiches im ersten Jahrhundert wesentlich geprägt. | |||
Tacitus setzte bewusst ausgewählte historische Episoden ein, um seine Kritik an zeitgenössischen Missständen zu untermauern. Charakterisierungen von Persönlichkeiten dienten dabei dazu, ein gezielt bestimmtes Bild zu vermitteln. Obwohl Tacitus die Maxime sine ira et studio – „ohne Zorn und Eifer“ – für sich beanspruchte, bedeutete dies nicht, dass seine Darstellungen neutral oder objektiv waren. Vielmehr nutzte er die Formulierung ähnlich wie Sallust, um seine Unabhängigkeit von politischem Druck zu betonen. Er wollte weder aus Rachsucht noch aus Angst oder Gefälligkeit schreiben, sondern eine senatsnahe Sichtweise der Ereignisse darstellen. | |||
Bei der Darstellung konkreter Ereignisse hielt sich Tacitus häufig an überprüfbare Fakten, wie etwa ein Abgleich mit der 1982 entdeckten Tabula Siarensis zeigt. Seine Auswahl der Ereignisse und deren Deutung war hingegen subjektiv geprägt. Besonders deutlich wird dies bei seiner Charakterisierung von Tiberius, dem er regelmäßig böse Absichten und Hintergedanken zuschrieb. Tacitus ordnete Menschen und Ereignisse oft in stereotype Kategorien ein. Angaben, die er als Gerüchte oder Berichte Dritter wiedergibt, müssen besonders kritisch betrachtet werden, etwa in der Darstellung der angeblichen Ermordung des Claudius, die historisch wenig gesichert erscheint. | |||
Für seine Werke nutzte Tacitus eine Vielzahl von Quellen. Dazu gehörten mündliche Berichte, Senatsakten und mehrere bereits verlorene historische Werke, darunter die Germanenkriege und die Historien des älteren Plinius. Weitere genutzte Autoren waren Aufidius Bassus, Servilius Nonianus, Fabius Rusticus und Cluvius Rufus. Da diese Quellen nicht mehr erhalten sind, ist die Bewertung der Originalität und der Bedeutung Tacitus’ gegenüber seinen Vorgängern erschwert. Die Forschung geht jedoch davon aus, dass er regelmäßig mehrere Quellen kombinierte, um seine historischen Analysen zu stützen. | |||
== Charakter der Historiographie des Tacitus == | |||
Tacitus gilt als scharfer Kritiker des von Augustus etablierten Prinzipats und der damit verbundenen Alleinherrschaft. Aus der Perspektive der senatorischen Oberschicht setzte er sich für die Ideale der alten Republik ein und betrachtete die monarchische Macht als Ursache für den Niedergang von Gerechtigkeit und politischer Tugend. Gleichzeitig war er Realist genug, die faktische Unvermeidbarkeit der Monarchie anzuerkennen. Die Erlebnisse während der Herrschaft Domitians prägten seine Darstellung der julisch-claudischen Kaiser von Tiberius bis Nero in den Annalen sowie der Flavier Vespasian, Titus und Domitian in den Historiae. Im Verlauf seiner Werke rückt zunehmend die Erinnerung an vergangene Unterdrückung in den Vordergrund, während die Absicht, Zeugnis über gegenwärtige Erfolge zu geben, in den Hintergrund tritt. Tacitus legt großen Wert darauf, den historischen Personen entweder Würdigung oder Schmach zukommen zu lassen, wobei er häufig auf stereotype Charakterisierungen zurückgreift: Tiberius erscheint ihm als durchweg negativ gezeichnet, während Germanicus als sein moralischer Gegenpol hervorgehoben wird. Eine Behandlung der ihm positiver erscheinenden Zeiten unter Augustus, Nerva und Trajan entstand nicht, möglicherweise aus Sorge vor politischen Risiken. Seine Geschichtsschreibung ist weniger didaktisch-moralisch als vielmehr deskriptiv-moralisch und tief pessimistisch: Tacitus sah keine Aussicht auf Besserung, da die Träger der Tugend entweder unter Tyrannen gefallen oder die Bürgerschaft in Passivität versunken seien. | |||
== Tacitus und der Aufstand des Arminius == | |||
In seinen Annalen widmete Tacitus dem Krieg gegen die Germanen ausführliche Aufmerksamkeit. Dabei unterscheidet er sich von anderen zeitgenössischen Autoren durch seine kritische Sicht auf den Ausgang der Kämpfe. Die Quellen, auf die er sich stützte, sind nicht vollständig überliefert; mögliche Bezüge bestehen zu verloren gegangenen Werken wie denen des Aufidius Bassus oder des älteren Plinius. Die Darstellung der Germanicus-Feldzüge erlaubt nur bedingt eine sachliche Rekonstruktion der Ereignisse, insbesondere bleiben die Ziele und Intentionen der Feldzüge weitgehend unklar. | |||
Ein zentraler kompositorischer Aspekt der ersten beiden Bücher der Annalen ist der Gegensatz zwischen dem Helden Germanicus und dem Tyrannen Tiberius, der als Parallele zu Tacitus’ Schwiegervater Agricola und Domitian gesehen werden kann. Der Feldzug der Marsen nach der Niederschlagung der Meuterei der Rheinlegionen im Herbst 14 n. Chr. wird von Tacitus als Neubeginn siegreicher römischer Operationen in Germanien interpretiert. Zugleich vermittelt er die Vorstellung, dass Rom bereits unter Augustus auf eine definitive Wiederherstellung der römischen Herrschaft bis an die Elbe verzichtet hatte. Für Tacitus begann der germanische Krieg demnach im Herbst 14 und endete im Herbst 16, wobei diese zeitliche Einordnung eher interpretativ ist und nicht zwingend den historischen Abläufen entspricht. | |||
== | == Tacitus über das frühe Christentum == | ||
Tacitus liefert zudem eines der frühesten außerbiblischen Zeugnisse über das frühe Christentum. Im 15. Buch seiner Annalen erwähnt er den Brand Roms im Jahr 64 n. Chr. und Neros Versuch, die Schuld den Christen zuzuschreiben. Dabei nennt er den Ursprung des Namens der Christengemeinschaft und verweist auf die Hinrichtung Christi unter Pontius Pilatus während der Regierung Tiberius’. In den ältesten Handschriften erscheinen die Bezeichnungen als Chrestus und Chrestiani, was in der älteren Forschung teilweise zu Verwirrungen führte. Historisch unzutreffend ist die Bezeichnung von Pilatus als Procurator, da er tatsächlich Praefectus Iudaeae war; Tacitus differenziert sonst zwischen diesen Amtsbezeichnungen. Ein direkter Zusammenhang zwischen dem Brand und den Christenverfolgungen ist weder in zeitgenössischen noch in späteren Quellen belegt, was manche Historiker zu der Annahme führt, dass dieser Abschnitt möglicherweise nachträglich eingefügt worden sein könnte. | |||
== | == Nachwirkung und Rezeption von Tacitus == | ||
In der Antike wurde Tacitus selbst vergleichsweise wenig beachtet, obwohl zeitgenössische Zeugnisse, insbesondere von Plinius, seine schriftstellerische Reputation belegen. Mit dem Aufstieg des Sueton setzte sich eine andere Form der Geschichtsschreibung durch, die die klassische, senatorisch geprägte Tradition, für die Tacitus stand, weitgehend verdrängte. In der lateinischen Westliteratur der Spätantike dominierten fortan biographische Darstellungen der Kaiser, während Tacitus’ komplexer Stil und seine sprachliche Raffinesse vermutlich als anspruchsvoll empfunden wurden. Erst im späten 4. Jahrhundert griff Ammianus Marcellinus in seinem umfangreichen Werk bewusst an taciteische Darstellungsmuster an, sodass ihn manche Historiker, darunter Syme, als literarischen „Erben des Tacitus“ betrachten. Auch Sidonius Apollinaris im 5. Jahrhundert nutzte Tacitus, und Hieronymus verstand dessen Annalen und Historiae als eine 30-bändige Kaisergeschichte. | |||
Im Mittelalter gerieten Tacitus’ Werke nahezu in Vergessenheit, wenngleich seine Germania weiterhin Einfluss ausübte. So verwendete Rudolf von Fulda im 9. Jahrhundert bei der Beschreibung der Sachsen Charakterisierungen der Germanen nahezu wörtlich aus Tacitus’ Schriften. Mit der Wiederentdeckung und Publikation seiner Werke in der Zeit des Humanismus gewannen sie erneut an Bedeutung. Besonders die Germania und die Schilderungen Arminius’ in den Annalen trugen zur Herausbildung eines frühen Nationalbewusstseins bei. Deutsche Humanisten übernahmen Tacitus’ positive Darstellung der Germanen weitgehend unkritisch und nutzten sie zur Idealisierung „des“ deutschen Charakters. Auch Arminius wurde in dieser Tradition als Nationalheld und Symbol des Widerstands gegen Rom gefeiert. Während der Französischen Revolution wurde er als Kämpfer gegen Unterdrückung gewürdigt, später setzte eine kritischere Sicht auf ihn ein, wie etwa bei Theodor Mommsen. Im 20. Jahrhundert wurden ihm zudem astronomische Ehrungen zuteil: 1935 erhielt ein Mondkrater seinen Namen, und der Asteroid (3097) Tacitus wurde nach ihm benannt. | |||
== | == Moderne Bewertung == | ||
Tacitus ist | Die Geschichtswerke des Tacitus verdienen stilistisch und historiographisch höchste Anerkennung, doch ist bei ihrer Interpretation Vorsicht geboten. Häufig baute Tacitus Gerüchte und Hofklatsch ein, was teilweise auf die Beschaffenheit der Quellen zurückzuführen ist, die ihm zur Verfügung standen. Dabei lenkte er den Leser geschickt in bestimmte Deutungsrichtungen, ohne seine eigene Meinung klar erkennen zu lassen. Seine Tendenz, Personen in Schwarz-Weiß-Kategorien zu sehen, erfordert eine kritische Lesart. Manche Ereignisse lässt er weg oder interpretiert sie so, dass sie seine Argumentation stützen, und er unterstellte den Akteuren Motive, deren Kenntnis er objektiv nicht besitzen konnte. Der von ihm formulierte Grundsatz sine ira et studio („ohne Zorn und Eifer“) beschreibt nicht Objektivität, sondern die behauptete Unabhängigkeit seiner Urteile. In Fällen, in denen parallel überlieferte Quellen eine Überprüfung ermöglichen, zeigt sich, dass Tacitus Material gelegentlich bearbeitete oder akzentuierte, wie die Affäre um Gnaeus Calpurnius Piso anhand der erhaltenen Inschrift belegt. Diese methodischen Einschränkungen beeinträchtigen jedoch nicht den Quellenwert seiner Werke, sofern sie kritisch genutzt werden, und mindern keineswegs die literarische Qualität. Tacitus bleibt unbestritten einer der wichtigsten Historiker der frühen römischen Kaiserzeit. | ||
== Bedeutung == | == Bedeutung == | ||
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Die handschriftliche Überlieferung von Tacitus’ Werken ist komplex. Die wichtigsten Handschriften stammen aus dem Mittelalter, wobei insbesondere zwei Codices aus dem 9. und 11. Jahrhundert von großer Bedeutung sind. Diese Handschriften ermöglichten die Überlieferung seiner Schriften bis in die Neuzeit. | Die handschriftliche Überlieferung von Tacitus’ Werken ist komplex. Die wichtigsten Handschriften stammen aus dem Mittelalter, wobei insbesondere zwei Codices aus dem 9. und 11. Jahrhundert von großer Bedeutung sind. Diese Handschriften ermöglichten die Überlieferung seiner Schriften bis in die Neuzeit. | ||
== Tacitus in der modernen Germanenforschung == | |||
Die Schriften des Tacitus, insbesondere die Germania, nehmen in der modernen Forschung zu den germanischen Stämmen eine zentrale Stellung ein, da sie nahezu die einzigen zeitgenössischen literarischen Zeugnisse darstellen, die systematisch die Lebensweise, Gesellschaftsstruktur und Kultur der Germanen nördlich der Alpen im ersten Jahrhundert n. Chr. beschreiben. Für Historiker, Archäologen und Ethnologen bieten sie grundlegende Informationen über Siedlungsformen, politische Organisationen, Familienstrukturen, religiöse Praktiken und kriegerische Eigenheiten der verschiedenen Stämme. Ohne die Germania stünde die Wissenschaft vor der Herausforderung, die Germanen ausschließlich auf der Basis archäologischer Funde zu rekonstruieren, deren Interpretation oft lückenhaft oder umstritten ist. Tacitus’ Werk liefert somit eine narrative Grundlage, die es ermöglicht, materielle Befunde in einen historischen Kontext einzuordnen und Hypothesen über soziale Hierarchien, Stammesverhältnisse oder Lebensgewohnheiten zu entwickeln. | |||
Gleichzeitig stellt die kritische Analyse der Germania eine zentrale Aufgabe der modernen Germanenforschung dar. Tacitus schrieb aus der Perspektive eines römischen Senators und Historikers, der politisch und moralisch geprägt war. Seine Beschreibungen sind daher nicht neutral, sondern spiegeln römische Wertvorstellungen und idealisierte Vorstellungen von Freiheit, Tugend und „natürlicher“ Ordnung wider. Die Germanen werden teils als roh, kriegerisch und tugendhaft im Sinne römischer Ideale dargestellt, was eine gewisse Stereotypisierung erkennen lässt. Moderne Forscher müssen daher zwischen faktischer Information, interpretativen Zuschreibungen und rhetorischer Gestaltung unterscheiden, um die Texte historisch einzuordnen. Insbesondere die moralische Bewertung einzelner Stämme, wie etwa die Betonung der Tapferkeit oder der Loyalität gegenüber Führern, muss vor dem Hintergrund der literarischen Intention Tacitus’ verstanden werden. | |||
Trotz dieser Einschränkungen sind Tacitus’ Beobachtungen für die Germanenforschung unverzichtbar. Archäologische Befunde wie Gräberfelder, Siedlungsspuren oder Waffenfunde können oft nur durch die Einbettung in Tacitus’ Beschreibungen sinnvoll interpretiert werden. So erlaubt seine Darstellung der Stammeszugehörigkeiten und regionalen Besonderheiten Rückschlüsse auf die Verteilung und Interaktion der germanischen Gruppen im ersten Jahrhundert. Auch die sozialen Strukturen, etwa die Rolle von Frauen, die Bedeutung von Familienverbänden oder die politische Organisation innerhalb der Stämme, lassen sich nur schwer ohne literarische Quellen rekonstruieren. | |||
Darüber hinaus hat Tacitus’ Werk langfristige Auswirkungen auf die deutsche und europäische Geschichtskultur, da seine Germania nicht nur als historische Quelle, sondern auch als Referenzpunkt für die Konstruktion frühneuzeitlicher und nationalgeschichtlicher Identitäten diente. Die kritische Beschäftigung mit seinen Texten ermöglicht es heutigen Wissenschaftlern, die Grenze zwischen antiker Beobachtung und römischer Projektion zu erkennen und so ein differenziertes Bild der antiken Germanenwelt zu entwickeln. Insgesamt bleibt Tacitus’ Werk unverzichtbar, weil es eine einzigartige Verbindung von literarischer Darstellung, historischer Beobachtung und kultureller Interpretation bietet, die die moderne Germanenforschung bis heute prägt. | |||
== Werke == | |||
Tacitus ist vor allem als Historiker bekannt. Seine beiden Hauptwerke, die „Historien“ (''Historiae'') und die „Annalen“ (''Annales''), sind zentrale Quellen zur römischen Geschichte der ersten beiden nachchristlichen Jahrhunderte. Neben diesen beiden großen historischen Werken verfasste Tacitus auch kleinere Schriften, darunter die „Germania“, die eine ethnografische Abhandlung über die germanischen Stämme darstellt, sowie das „Agricola“, eine Biografie seines Schwiegervaters, des Feldherrn Gnaeus Iulius Agricola. Er ist auch bekannt für seinen prägnanten, oft düsteren Stil. Seine Schriften sind durch knappe, teils elliptische Formulierungen und eine hohe stilistische Dichte gekennzeichnet. Er verwendet häufig antithetische Wendungen und pointierte Aussagen, um politische und moralische Kontraste herauszuarbeiten. Seine Darstellungen der Kaiserzeit sind oft von einem pessimistischen Grundton geprägt. Tacitus sieht das Römische Reich in einem Zustand moralischen Niedergangs, den er auf den Verlust der republikanischen Freiheit und die zunehmende Machtkonzentration in den Händen der Kaiser zurückführt. | |||
=== „Germania“ === | |||
Die „Germania“ (vollständiger Titel: ''De origine et situ Germanorum'') wurde vermutlich um das Jahr 98 verfasst und beschreibt die Sitten, Gebräuche und das Lebensumfeld der germanischen Völker jenseits des Römischen Reiches. Tacitus stellt die Germanen als ein einfaches, unverdorbenes Volk dar, im Kontrast zu den dekadenten Römern. Die „Germania“ ist eine der wichtigsten antiken Quellen zur Frühgeschichte der germanischen Völker, wobei jedoch Vorsicht geboten ist, da Tacitus teilweise idealisierte oder vereinfachte Darstellungen lieferte. | |||
=== „Agricola“ === | |||
Das Werk „Agricola“ (''De vita et moribus Iulii Agricolae'') ist eine Biografie seines Schwiegervaters, des römischen Feldherrn Gnaeus Iulius Agricola, der als Statthalter in Britannien diente und maßgeblich zur Eroberung und Befriedung der Insel beitrug. Die Biografie wurde um das Jahr 98 verfasst und enthält neben der Darstellung von Agricolas Leben und Taten auch eine detaillierte Schilderung des römischen Feldzugs in Britannien. | |||
=== „Historien“ === | |||
Die „Historien“ (''Historiae'') beschreiben die Ereignisse im Römischen Reich von den Wirren nach dem Tod Neros im Jahr 68 bis zur Herrschaft des Kaisers Domitian. Ursprünglich umfasste das Werk vermutlich 14 Bücher, jedoch sind nur die ersten vier Bücher und Teile des fünften Buches erhalten. Diese erhaltenen Bücher behandeln den Zeitraum von 68 bis 70 n. Chr., insbesondere das sogenannte Vierkaiserjahr und den Aufstieg des Kaisers Vespasian. | |||
=== „Annalen“ === | |||
Das zweite Hauptwerk des Tacitus, die „Annalen“ (''Annales''), schließt chronologisch an die „Historien“ an und behandelt die römische Geschichte von den letzten Regierungsjahren des Kaisers Augustus bis zum Tod Neros im Jahr 68. Die „Annalen“ umfassten ursprünglich 16 Bücher, von denen jedoch nur etwa die Hälfte erhalten ist. Tacitus schildert die Herrschaft der Kaiser Tiberius, Caligula, Claudius und Nero, wobei er sich durch seine scharfe Kritik an den Kaisern des julisch-claudischen Hauses auszeichnet. Besonders die Schilderung der tyrannischen Herrschaft Neros ist von nachhaltiger Wirkung und beeinflusste spätere Generationen. | |||
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* [[Germania des Tacitus]] | * [[Germania des Tacitus]] | ||
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Aktuelle Version vom 22. Februar 2026, 12:44 Uhr

Publius Cornelius Tacitus (auch einfach Tacitus genannt: * um 58; † nach 120) war ein römischer Senator, Konsul und einer der bedeutendsten Historiker der römischen Antike. Seine Werke, darunter die „Annalen“ und die „Historien“, zählen zu den wichtigsten Quellen zur Geschichte des Römischen Reiches im 1. und frühen 2. Jahrhundert.
Leben und politische Laufbahn von Tacitus
Über das Leben des römischen Historikers Tacitus sind nur wenige gesicherte Informationen überliefert, die sich aus eigenen Angaben, fragmentarischen Inschriften und Berichten zeitgenössischer Autoren, insbesondere des jüngeren Plinius, ergeben. Tacitus wurde vermutlich um 58 n. Chr. geboren und erhielt offenbar eine sorgfältige Ausbildung, die auf eine spätere Tätigkeit im öffentlichen Dienst vorbereitete. Als Lehrer nennt er selbst Marcus Aper und Iulius Secundus, von denen er die rhetorische und juristische Grundlage für seine Laufbahn erhielt. Früh trat er als Gerichtsredner in Erscheinung und erwarb sich schon in jungen Jahren Ansehen, wie Plinius in seinen Briefen mehrfach hervorhebt.
In den späten 70er Jahren n. Chr., vermutlich um 76 oder 77, verlobte er sich mit der Tochter des Konsuls Gnaeus Iulius Agricola und heiratete sie wenig später. Unter Kaiser Vespasian begann Tacitus seine senatorische Karriere, die er unter den nachfolgenden flavischen Kaisern fortsetzte. Die exakten Zeitpunkte der einzelnen Ämter sind nicht vollständig überliefert, lassen sich aber durch den Vergleich mit besser dokumentierten Karrieren rekonstruieren. Vermutlich bekleidete er zunächst das Amt eines Decemvir stlitibus iudicandis, danach war er wahrscheinlich Militärtribun. Anschließend übernahm er die Position des quaestor Augusti, möglicherweise gegen Ende der Regierung des Titus. Später bekleidete er das Volkstribunat, das in die Anfangsjahre Domitians fällt, und möglicherweise diente er zudem als Legat eines Prokonsuls in einer Provinz.
Tacitus war nach eigenen Angaben im Jahr 88 n. Chr. Prätor und zugleich Quindecimvir sacris faciundis, ein wichtiges religiöses Amt. Danach hielt er sich mehrere Jahre außerhalb Roms auf, möglicherweise in einer Provinz als Statthalter oder Legat, weshalb er nicht beim Tod seines Schwiegervaters im Jahr 93 anwesend war. Trotz späterer kritischer Darstellung Domitians als Tyrann kann Tacitus’ Laufbahn unter diesem Kaiser als erfolgreich angesehen werden. Unter Kaiser Nerva wurde er 97 n. Chr. Suffektkonsul, möglicherweise nach einer Designation durch Domitian, und hielt in diesem Zusammenhang eine Leichenrede auf Lucius Verginius Rufus. Ab Beginn der Herrschaft Trajans begann Tacitus seine schriftstellerische Tätigkeit und widmete sich der Verfassung seiner Historien.
Im Jahr 100 n. Chr. trat Tacitus gemeinsam mit Plinius in einem Repetundenverfahren gegen den ehemaligen Statthalter von Africa, Marius Priscus, auf. In den Jahren 100 bis 104/105 war er offenbar zeitweilig außerhalb Roms tätig, vermutlich erneut als Statthalter einer konsularischen Provinz. Nach seiner Rückkehr begann er die Arbeit an den Historien. Spätestens im Amtsjahr 112/113 bekleidete er das Prokonsulat der Provinz Asia, eine der angesehensten Positionen im römischen Senat, wie eine Inschrift aus Mylasa belegt. Dieses Amt deutet auf eine hohe Wertschätzung Tacitus’ durch Kaiser Trajan hin. Über sein genaues Todesjahr ist nichts überliefert, doch ist anzunehmen, dass er Trajan überlebt hat.
Tacitus als Historiker und Redner
Tacitus zählt zu den herausragenden Rednern und Historikern seiner Zeit. In seiner rhetorischen Ausbildung orientierte er sich stark an Marcus Tullius Cicero, dem bedeutendsten Vertreter der klassischen römischen Redekunst, und widmete der rhetorischen Theorie das Werk Dialogus de oratoribus. Nach seinem Konsulat unter Kaiser Nerva im Jahr 97 n. Chr. begann er mit der Abfassung seiner umfangreichen Geschichtswerke, die möglicherweise bis in die Herrschaft Hadrians reichen. In seinen historischen Schriften betrachtete Tacitus die Zeitspanne von Tiberius bis Domitian aus der Perspektive eines Senators und beurteilt sie vor allem danach, inwieweit sie den republikanischen Idealvorstellungen noch entsprachen. Grundlegend kritisierte er die monarchische Herrschaft und beklagte den Verlust der Freiheit des Senats. Durch seine sprachlich präzisen und analytisch scharfen Darstellungen hat Tacitus das moderne Verständnis des Römischen Reiches im ersten Jahrhundert wesentlich geprägt.
Tacitus setzte bewusst ausgewählte historische Episoden ein, um seine Kritik an zeitgenössischen Missständen zu untermauern. Charakterisierungen von Persönlichkeiten dienten dabei dazu, ein gezielt bestimmtes Bild zu vermitteln. Obwohl Tacitus die Maxime sine ira et studio – „ohne Zorn und Eifer“ – für sich beanspruchte, bedeutete dies nicht, dass seine Darstellungen neutral oder objektiv waren. Vielmehr nutzte er die Formulierung ähnlich wie Sallust, um seine Unabhängigkeit von politischem Druck zu betonen. Er wollte weder aus Rachsucht noch aus Angst oder Gefälligkeit schreiben, sondern eine senatsnahe Sichtweise der Ereignisse darstellen.
Bei der Darstellung konkreter Ereignisse hielt sich Tacitus häufig an überprüfbare Fakten, wie etwa ein Abgleich mit der 1982 entdeckten Tabula Siarensis zeigt. Seine Auswahl der Ereignisse und deren Deutung war hingegen subjektiv geprägt. Besonders deutlich wird dies bei seiner Charakterisierung von Tiberius, dem er regelmäßig böse Absichten und Hintergedanken zuschrieb. Tacitus ordnete Menschen und Ereignisse oft in stereotype Kategorien ein. Angaben, die er als Gerüchte oder Berichte Dritter wiedergibt, müssen besonders kritisch betrachtet werden, etwa in der Darstellung der angeblichen Ermordung des Claudius, die historisch wenig gesichert erscheint.
Für seine Werke nutzte Tacitus eine Vielzahl von Quellen. Dazu gehörten mündliche Berichte, Senatsakten und mehrere bereits verlorene historische Werke, darunter die Germanenkriege und die Historien des älteren Plinius. Weitere genutzte Autoren waren Aufidius Bassus, Servilius Nonianus, Fabius Rusticus und Cluvius Rufus. Da diese Quellen nicht mehr erhalten sind, ist die Bewertung der Originalität und der Bedeutung Tacitus’ gegenüber seinen Vorgängern erschwert. Die Forschung geht jedoch davon aus, dass er regelmäßig mehrere Quellen kombinierte, um seine historischen Analysen zu stützen.
Charakter der Historiographie des Tacitus
Tacitus gilt als scharfer Kritiker des von Augustus etablierten Prinzipats und der damit verbundenen Alleinherrschaft. Aus der Perspektive der senatorischen Oberschicht setzte er sich für die Ideale der alten Republik ein und betrachtete die monarchische Macht als Ursache für den Niedergang von Gerechtigkeit und politischer Tugend. Gleichzeitig war er Realist genug, die faktische Unvermeidbarkeit der Monarchie anzuerkennen. Die Erlebnisse während der Herrschaft Domitians prägten seine Darstellung der julisch-claudischen Kaiser von Tiberius bis Nero in den Annalen sowie der Flavier Vespasian, Titus und Domitian in den Historiae. Im Verlauf seiner Werke rückt zunehmend die Erinnerung an vergangene Unterdrückung in den Vordergrund, während die Absicht, Zeugnis über gegenwärtige Erfolge zu geben, in den Hintergrund tritt. Tacitus legt großen Wert darauf, den historischen Personen entweder Würdigung oder Schmach zukommen zu lassen, wobei er häufig auf stereotype Charakterisierungen zurückgreift: Tiberius erscheint ihm als durchweg negativ gezeichnet, während Germanicus als sein moralischer Gegenpol hervorgehoben wird. Eine Behandlung der ihm positiver erscheinenden Zeiten unter Augustus, Nerva und Trajan entstand nicht, möglicherweise aus Sorge vor politischen Risiken. Seine Geschichtsschreibung ist weniger didaktisch-moralisch als vielmehr deskriptiv-moralisch und tief pessimistisch: Tacitus sah keine Aussicht auf Besserung, da die Träger der Tugend entweder unter Tyrannen gefallen oder die Bürgerschaft in Passivität versunken seien.
Tacitus und der Aufstand des Arminius
In seinen Annalen widmete Tacitus dem Krieg gegen die Germanen ausführliche Aufmerksamkeit. Dabei unterscheidet er sich von anderen zeitgenössischen Autoren durch seine kritische Sicht auf den Ausgang der Kämpfe. Die Quellen, auf die er sich stützte, sind nicht vollständig überliefert; mögliche Bezüge bestehen zu verloren gegangenen Werken wie denen des Aufidius Bassus oder des älteren Plinius. Die Darstellung der Germanicus-Feldzüge erlaubt nur bedingt eine sachliche Rekonstruktion der Ereignisse, insbesondere bleiben die Ziele und Intentionen der Feldzüge weitgehend unklar.
Ein zentraler kompositorischer Aspekt der ersten beiden Bücher der Annalen ist der Gegensatz zwischen dem Helden Germanicus und dem Tyrannen Tiberius, der als Parallele zu Tacitus’ Schwiegervater Agricola und Domitian gesehen werden kann. Der Feldzug der Marsen nach der Niederschlagung der Meuterei der Rheinlegionen im Herbst 14 n. Chr. wird von Tacitus als Neubeginn siegreicher römischer Operationen in Germanien interpretiert. Zugleich vermittelt er die Vorstellung, dass Rom bereits unter Augustus auf eine definitive Wiederherstellung der römischen Herrschaft bis an die Elbe verzichtet hatte. Für Tacitus begann der germanische Krieg demnach im Herbst 14 und endete im Herbst 16, wobei diese zeitliche Einordnung eher interpretativ ist und nicht zwingend den historischen Abläufen entspricht.
Tacitus über das frühe Christentum
Tacitus liefert zudem eines der frühesten außerbiblischen Zeugnisse über das frühe Christentum. Im 15. Buch seiner Annalen erwähnt er den Brand Roms im Jahr 64 n. Chr. und Neros Versuch, die Schuld den Christen zuzuschreiben. Dabei nennt er den Ursprung des Namens der Christengemeinschaft und verweist auf die Hinrichtung Christi unter Pontius Pilatus während der Regierung Tiberius’. In den ältesten Handschriften erscheinen die Bezeichnungen als Chrestus und Chrestiani, was in der älteren Forschung teilweise zu Verwirrungen führte. Historisch unzutreffend ist die Bezeichnung von Pilatus als Procurator, da er tatsächlich Praefectus Iudaeae war; Tacitus differenziert sonst zwischen diesen Amtsbezeichnungen. Ein direkter Zusammenhang zwischen dem Brand und den Christenverfolgungen ist weder in zeitgenössischen noch in späteren Quellen belegt, was manche Historiker zu der Annahme führt, dass dieser Abschnitt möglicherweise nachträglich eingefügt worden sein könnte.
Nachwirkung und Rezeption von Tacitus
In der Antike wurde Tacitus selbst vergleichsweise wenig beachtet, obwohl zeitgenössische Zeugnisse, insbesondere von Plinius, seine schriftstellerische Reputation belegen. Mit dem Aufstieg des Sueton setzte sich eine andere Form der Geschichtsschreibung durch, die die klassische, senatorisch geprägte Tradition, für die Tacitus stand, weitgehend verdrängte. In der lateinischen Westliteratur der Spätantike dominierten fortan biographische Darstellungen der Kaiser, während Tacitus’ komplexer Stil und seine sprachliche Raffinesse vermutlich als anspruchsvoll empfunden wurden. Erst im späten 4. Jahrhundert griff Ammianus Marcellinus in seinem umfangreichen Werk bewusst an taciteische Darstellungsmuster an, sodass ihn manche Historiker, darunter Syme, als literarischen „Erben des Tacitus“ betrachten. Auch Sidonius Apollinaris im 5. Jahrhundert nutzte Tacitus, und Hieronymus verstand dessen Annalen und Historiae als eine 30-bändige Kaisergeschichte.
Im Mittelalter gerieten Tacitus’ Werke nahezu in Vergessenheit, wenngleich seine Germania weiterhin Einfluss ausübte. So verwendete Rudolf von Fulda im 9. Jahrhundert bei der Beschreibung der Sachsen Charakterisierungen der Germanen nahezu wörtlich aus Tacitus’ Schriften. Mit der Wiederentdeckung und Publikation seiner Werke in der Zeit des Humanismus gewannen sie erneut an Bedeutung. Besonders die Germania und die Schilderungen Arminius’ in den Annalen trugen zur Herausbildung eines frühen Nationalbewusstseins bei. Deutsche Humanisten übernahmen Tacitus’ positive Darstellung der Germanen weitgehend unkritisch und nutzten sie zur Idealisierung „des“ deutschen Charakters. Auch Arminius wurde in dieser Tradition als Nationalheld und Symbol des Widerstands gegen Rom gefeiert. Während der Französischen Revolution wurde er als Kämpfer gegen Unterdrückung gewürdigt, später setzte eine kritischere Sicht auf ihn ein, wie etwa bei Theodor Mommsen. Im 20. Jahrhundert wurden ihm zudem astronomische Ehrungen zuteil: 1935 erhielt ein Mondkrater seinen Namen, und der Asteroid (3097) Tacitus wurde nach ihm benannt.
Moderne Bewertung
Die Geschichtswerke des Tacitus verdienen stilistisch und historiographisch höchste Anerkennung, doch ist bei ihrer Interpretation Vorsicht geboten. Häufig baute Tacitus Gerüchte und Hofklatsch ein, was teilweise auf die Beschaffenheit der Quellen zurückzuführen ist, die ihm zur Verfügung standen. Dabei lenkte er den Leser geschickt in bestimmte Deutungsrichtungen, ohne seine eigene Meinung klar erkennen zu lassen. Seine Tendenz, Personen in Schwarz-Weiß-Kategorien zu sehen, erfordert eine kritische Lesart. Manche Ereignisse lässt er weg oder interpretiert sie so, dass sie seine Argumentation stützen, und er unterstellte den Akteuren Motive, deren Kenntnis er objektiv nicht besitzen konnte. Der von ihm formulierte Grundsatz sine ira et studio („ohne Zorn und Eifer“) beschreibt nicht Objektivität, sondern die behauptete Unabhängigkeit seiner Urteile. In Fällen, in denen parallel überlieferte Quellen eine Überprüfung ermöglichen, zeigt sich, dass Tacitus Material gelegentlich bearbeitete oder akzentuierte, wie die Affäre um Gnaeus Calpurnius Piso anhand der erhaltenen Inschrift belegt. Diese methodischen Einschränkungen beeinträchtigen jedoch nicht den Quellenwert seiner Werke, sofern sie kritisch genutzt werden, und mindern keineswegs die literarische Qualität. Tacitus bleibt unbestritten einer der wichtigsten Historiker der frühen römischen Kaiserzeit.
Bedeutung
Tacitus gilt als einer der bedeutendsten Historiker der Antike. Seine Werke liefern nicht nur detaillierte Informationen über die politischen und militärischen Ereignisse des Römischen Reiches, sondern geben auch tiefe Einblicke in die römische Gesellschaft und ihre Moralvorstellungen. Aufgrund seiner kritischen Haltung gegenüber der kaiserlichen Macht und seiner schonungslosen Darstellung von Korruption und Machtmissbrauch wird Tacitus oft als früher Vertreter eines politischen Pessimismus betrachtet.
Seine Werke beeinflussten zahlreiche spätere Historiker und Denker. Besonders im Humanismus und in der Aufklärung wurde Tacitus wegen seiner scharfen Analyse von Macht und Tyrannei geschätzt. In der modernen Forschung wird sein Werk nicht nur als historische Quelle, sondern auch als literarisches Meisterwerk gewürdigt.
Überlieferung
Die Werke des Tacitus sind nur teilweise erhalten geblieben. Viele Teile seiner „Annalen“ und „Historien“ fehlen, was den Gesamtüberblick über die behandelten Zeiträume erschwert. Dennoch haben die erhaltenen Schriften großen Einfluss auf das Verständnis der römischen Geschichte.
Die handschriftliche Überlieferung von Tacitus’ Werken ist komplex. Die wichtigsten Handschriften stammen aus dem Mittelalter, wobei insbesondere zwei Codices aus dem 9. und 11. Jahrhundert von großer Bedeutung sind. Diese Handschriften ermöglichten die Überlieferung seiner Schriften bis in die Neuzeit.
Tacitus in der modernen Germanenforschung
Die Schriften des Tacitus, insbesondere die Germania, nehmen in der modernen Forschung zu den germanischen Stämmen eine zentrale Stellung ein, da sie nahezu die einzigen zeitgenössischen literarischen Zeugnisse darstellen, die systematisch die Lebensweise, Gesellschaftsstruktur und Kultur der Germanen nördlich der Alpen im ersten Jahrhundert n. Chr. beschreiben. Für Historiker, Archäologen und Ethnologen bieten sie grundlegende Informationen über Siedlungsformen, politische Organisationen, Familienstrukturen, religiöse Praktiken und kriegerische Eigenheiten der verschiedenen Stämme. Ohne die Germania stünde die Wissenschaft vor der Herausforderung, die Germanen ausschließlich auf der Basis archäologischer Funde zu rekonstruieren, deren Interpretation oft lückenhaft oder umstritten ist. Tacitus’ Werk liefert somit eine narrative Grundlage, die es ermöglicht, materielle Befunde in einen historischen Kontext einzuordnen und Hypothesen über soziale Hierarchien, Stammesverhältnisse oder Lebensgewohnheiten zu entwickeln.
Gleichzeitig stellt die kritische Analyse der Germania eine zentrale Aufgabe der modernen Germanenforschung dar. Tacitus schrieb aus der Perspektive eines römischen Senators und Historikers, der politisch und moralisch geprägt war. Seine Beschreibungen sind daher nicht neutral, sondern spiegeln römische Wertvorstellungen und idealisierte Vorstellungen von Freiheit, Tugend und „natürlicher“ Ordnung wider. Die Germanen werden teils als roh, kriegerisch und tugendhaft im Sinne römischer Ideale dargestellt, was eine gewisse Stereotypisierung erkennen lässt. Moderne Forscher müssen daher zwischen faktischer Information, interpretativen Zuschreibungen und rhetorischer Gestaltung unterscheiden, um die Texte historisch einzuordnen. Insbesondere die moralische Bewertung einzelner Stämme, wie etwa die Betonung der Tapferkeit oder der Loyalität gegenüber Führern, muss vor dem Hintergrund der literarischen Intention Tacitus’ verstanden werden.
Trotz dieser Einschränkungen sind Tacitus’ Beobachtungen für die Germanenforschung unverzichtbar. Archäologische Befunde wie Gräberfelder, Siedlungsspuren oder Waffenfunde können oft nur durch die Einbettung in Tacitus’ Beschreibungen sinnvoll interpretiert werden. So erlaubt seine Darstellung der Stammeszugehörigkeiten und regionalen Besonderheiten Rückschlüsse auf die Verteilung und Interaktion der germanischen Gruppen im ersten Jahrhundert. Auch die sozialen Strukturen, etwa die Rolle von Frauen, die Bedeutung von Familienverbänden oder die politische Organisation innerhalb der Stämme, lassen sich nur schwer ohne literarische Quellen rekonstruieren.
Darüber hinaus hat Tacitus’ Werk langfristige Auswirkungen auf die deutsche und europäische Geschichtskultur, da seine Germania nicht nur als historische Quelle, sondern auch als Referenzpunkt für die Konstruktion frühneuzeitlicher und nationalgeschichtlicher Identitäten diente. Die kritische Beschäftigung mit seinen Texten ermöglicht es heutigen Wissenschaftlern, die Grenze zwischen antiker Beobachtung und römischer Projektion zu erkennen und so ein differenziertes Bild der antiken Germanenwelt zu entwickeln. Insgesamt bleibt Tacitus’ Werk unverzichtbar, weil es eine einzigartige Verbindung von literarischer Darstellung, historischer Beobachtung und kultureller Interpretation bietet, die die moderne Germanenforschung bis heute prägt.
Werke
Tacitus ist vor allem als Historiker bekannt. Seine beiden Hauptwerke, die „Historien“ (Historiae) und die „Annalen“ (Annales), sind zentrale Quellen zur römischen Geschichte der ersten beiden nachchristlichen Jahrhunderte. Neben diesen beiden großen historischen Werken verfasste Tacitus auch kleinere Schriften, darunter die „Germania“, die eine ethnografische Abhandlung über die germanischen Stämme darstellt, sowie das „Agricola“, eine Biografie seines Schwiegervaters, des Feldherrn Gnaeus Iulius Agricola. Er ist auch bekannt für seinen prägnanten, oft düsteren Stil. Seine Schriften sind durch knappe, teils elliptische Formulierungen und eine hohe stilistische Dichte gekennzeichnet. Er verwendet häufig antithetische Wendungen und pointierte Aussagen, um politische und moralische Kontraste herauszuarbeiten. Seine Darstellungen der Kaiserzeit sind oft von einem pessimistischen Grundton geprägt. Tacitus sieht das Römische Reich in einem Zustand moralischen Niedergangs, den er auf den Verlust der republikanischen Freiheit und die zunehmende Machtkonzentration in den Händen der Kaiser zurückführt.
„Germania“
Die „Germania“ (vollständiger Titel: De origine et situ Germanorum) wurde vermutlich um das Jahr 98 verfasst und beschreibt die Sitten, Gebräuche und das Lebensumfeld der germanischen Völker jenseits des Römischen Reiches. Tacitus stellt die Germanen als ein einfaches, unverdorbenes Volk dar, im Kontrast zu den dekadenten Römern. Die „Germania“ ist eine der wichtigsten antiken Quellen zur Frühgeschichte der germanischen Völker, wobei jedoch Vorsicht geboten ist, da Tacitus teilweise idealisierte oder vereinfachte Darstellungen lieferte.
„Agricola“
Das Werk „Agricola“ (De vita et moribus Iulii Agricolae) ist eine Biografie seines Schwiegervaters, des römischen Feldherrn Gnaeus Iulius Agricola, der als Statthalter in Britannien diente und maßgeblich zur Eroberung und Befriedung der Insel beitrug. Die Biografie wurde um das Jahr 98 verfasst und enthält neben der Darstellung von Agricolas Leben und Taten auch eine detaillierte Schilderung des römischen Feldzugs in Britannien.
„Historien“
Die „Historien“ (Historiae) beschreiben die Ereignisse im Römischen Reich von den Wirren nach dem Tod Neros im Jahr 68 bis zur Herrschaft des Kaisers Domitian. Ursprünglich umfasste das Werk vermutlich 14 Bücher, jedoch sind nur die ersten vier Bücher und Teile des fünften Buches erhalten. Diese erhaltenen Bücher behandeln den Zeitraum von 68 bis 70 n. Chr., insbesondere das sogenannte Vierkaiserjahr und den Aufstieg des Kaisers Vespasian.
„Annalen“
Das zweite Hauptwerk des Tacitus, die „Annalen“ (Annales), schließt chronologisch an die „Historien“ an und behandelt die römische Geschichte von den letzten Regierungsjahren des Kaisers Augustus bis zum Tod Neros im Jahr 68. Die „Annalen“ umfassten ursprünglich 16 Bücher, von denen jedoch nur etwa die Hälfte erhalten ist. Tacitus schildert die Herrschaft der Kaiser Tiberius, Caligula, Claudius und Nero, wobei er sich durch seine scharfe Kritik an den Kaisern des julisch-claudischen Hauses auszeichnet. Besonders die Schilderung der tyrannischen Herrschaft Neros ist von nachhaltiger Wirkung und beeinflusste spätere Generationen.
Siehe auch
- Germania des Tacitus
- Germanen, germanische Völker, Germanien (Wissenschaft, Forschung, Lehre) | Andreas A. F. W. H. Ulrich sen. (Wulfrich)
- Tacitus’ Germania | Andreas A. F. W. H. Ulrich sen. (Wulfrich)
- Germanen | Andreas A. F. W. H. Ulrich sen. (Wulfrich)
- Germanische Völker | Andreas A. F. W. H. Ulrich sen. (Wulfrich)
- Germanien | Andreas A. F. W. H. Ulrich sen. (Wulfrich)
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Literatur
- Michael von Albrecht: Geschichte der römischen Literatur von Andronicus bis Boethius und ihr Fortwirken. Band 2. 3., verbesserte und erweiterte Auflage. De Gruyter, Berlin 2012, ISBN 978-3-11-026525-5, S. 926–969.
- Aufstieg und Niedergang der römischen Welt. Band II 33, 2/3/4/5. De Gruyter, Berlin/New York 1990–1991. Mehrere fachwissenschaftliche Aufsätze bzw. Bibliographien zu Tacitus und seinen Werken.
- Herbert W. Benario: An introduction to Tacitus. The University of Georgia Press, Athens, GA 1975, ISBN 0-8203-0361-5.
- Konrad Heldmann: Sine ira et studio. Das Subjektivitätsprinzip der römischen Geschichtsschreibung und das Selbstverständnis antiker Historiker (= Zetemata. Band 139). Beck, München 2011, ISBN 978-3-406-61494-1.
- Heinz Heubner: Studien zur Darstellungskunst des Tacitus. Triltsch, Würzburg 1935.
- Ronald Mellor: Tacitus. Routledge, London/New York 1993, ISBN 0-415-90665-2.
- Victoria Emma Pagán (Hrsg.): A Companion to Tacitus. Wiley-Blackwell, Malden, MA u. a. 2012 (aktuelle wissenschaftliche Einführung).
- Dylan Sailor: Writing and Empire in Tacitus. Cambridge University Press, Cambridge 2008, ISBN 978-0-521-89747-1.
- Stephan Schmal: Tacitus (= Studienbücher Antike. Band 14). Olms, Hildesheim 2005, ISBN 3-487-12884-5.
- Werner Suerbaum: Skepsis und Suggestion. Tacitus als Historiker und als Literat. Universitätsverlag Winter, Heidelberg 2015, ISBN 978-3-8253-6419-9.
- Ronald Syme: Tacitus. Zwei Bände. Clarendon Press, Oxford 1958 (immer noch ein wichtiges Standardwerk).
- A. J. Woodman (Hrsg.): The Cambridge Companion to Tacitus. Cambridge University Press, Cambridge 2009, ISBN 978-0-521-87460-1 (wissenschaftliche Einführung).
- Verena Schulz: Deconstructing Imperial Representation. Tacitus, Cassius Dio, and Suetonius on Nero and Domitian (= Mnemosyne-Supplements, Bd. 427). Leiden/Boston: Brill 2019 (Rezension in Plekos 24).
Weblinks
- Siehe Wikimedia Commons
- Tacitus im Internet Archive
- Werke auf Latein
- Werke in englischer Übersetzung
- Germania, lateinisch und deutsch mit weiterführenden Angaben
- Germania, lateinisch und deutsch mit Kommentar
- Lektüreauswahl für den altsprachlichen Unterricht (mit deutscher Übersetzung)
- Agricola, lateinisch und deutsch mit Kommentar
- Englische Übersetzung der Annalen und der Historien bei LacusCurtius
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