Der Mensch kehrt nach mehr als einem halben Jahrhundert zum Mond zurück: Verfolge die aktuelle Flugbahn der Artemis-II-Mission auf dem Weg zum Mond im „Livestream der NASA“. Das Orion-Raumschiff verfügt über Außenkameras am Rumpf. Siehe zur Artemis-II-Mission neueste Nachrichten auf der Website der Tagesschau. (NASA-Livestream) (Informatives Video)

Physikum: Unterschied zwischen den Versionen

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'''Physikum''' ist die traditionelle Bezeichnung für die erste große Zwischenprüfung im Studium der [[Medizin|Humanmedizin]] in Deutschland. Seit einer Reform der Approbationsordnung im Jahr 2002 lautet die amtliche Bezeichnung ''Erster Abschnitt der Ärztlichen Prüfung''. Trotz der offiziellen Umbenennung wird der Begriff Physikum im universitären Alltag, in der wissenschaftlichen Literatur sowie in Fachwörterbüchern weiterhin häufig verwendet.
'''Physikum''' ist die traditionelle Bezeichnung für die erste große Zwischenprüfung im Studium der [[Medizin|Humanmedizin]] in Deutschland. Seit einer Reform der Approbationsordnung im Jahr 2002 lautet die amtliche Bezeichnung ''Erster Abschnitt der Ärztlichen Prüfung''. Trotz der offiziellen Umbenennung wird der Begriff Physikum im universitären Alltag, in der wissenschaftlichen Literatur sowie in Fachwörterbüchern weiterhin häufig verwendet.


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Auch in anderen medizinischen Studiengängen existieren vergleichbare Prüfungen. Im Studium der Zahnmedizin lautet die entsprechende Prüfung ''Zahnärztliche Vorprüfung'''. In der Veterinärmedizin wird traditionell ebenfalls der Begriff Physikum verwendet, wobei parallel dazu die Bezeichnung ''Tierärztliche Vorprüfung'' gebräuchlich ist. In einigen Studiengängen, insbesondere in der Zahn- und Veterinärmedizin, wird vor dem Physikum zusätzlich ein sogenanntes ''Vorphysikum'' abgelegt, in dem grundlegende naturwissenschaftliche Fächer wie Physik, Chemie und Biologie geprüft werden.
Auch in anderen medizinischen Studiengängen existieren vergleichbare Prüfungen. Im Studium der Zahnmedizin lautet die entsprechende Prüfung ''Zahnärztliche Vorprüfung'''. In der Veterinärmedizin wird traditionell ebenfalls der Begriff Physikum verwendet, wobei parallel dazu die Bezeichnung ''Tierärztliche Vorprüfung'' gebräuchlich ist. In einigen Studiengängen, insbesondere in der Zahn- und Veterinärmedizin, wird vor dem Physikum zusätzlich ein sogenanntes ''Vorphysikum'' abgelegt, in dem grundlegende naturwissenschaftliche Fächer wie Physik, Chemie und Biologie geprüft werden.
== Geschichte ==
Die Einführung des Physikums geht auf Reformbestrebungen der medizinischen Ausbildung im 19. Jahrhundert zurück. Ziel dieser Reformen war es, das Medizinstudium stärker auf naturwissenschaftliche Grundlagen zu stützen und die Ausbildung systematischer zu strukturieren.
Eine wichtige Rolle spielte dabei der Anatom Heinrich Rathke, der im Jahr 1858 eine Reform der medizinischen Prüfungsordnung anregte. In Preußen wurde das Physikum im Jahr 1861 offiziell eingeführt und später im gesamten Deutschen Reich übernommen. Das Prüfungssystem wurde im Laufe der Zeit mehrfach angepasst, blieb jedoch in seinem Grundprinzip erhalten.
Mit der Neufassung der Approbationsordnung für Ärzte im Jahr 2002 wurde das Physikum rechtlich in den staatlichen Prüfungsablauf integriert. Seitdem bildet der ''Erste Abschnitt der Ärztlichen Prüfung'' den ersten Teil der staatlichen Gesamtprüfung für angehende Ärzte. Insgesamt markiert das Physikum bis heute einen zentralen Meilenstein im Medizinstudium in Deutschland.


== Inhalte und Regelungen der Prüfung ==
== Inhalte und Regelungen der Prüfung ==
=== Studiengang Humanmedizin ===
=== Studiengang Humanmedizin ===
==== Rechtliche Grundlagen ====
==== Rechtliche Grundlagen ====
Die rechtliche Grundlage für das Physikum in Deutschland bildet die Approbationsordnung für Ärzte (AOÄ) in ihrer aktuellen Fassung vom 27. Juni 2002 (zuletzt geändert am 17. Juli 2017). Die §§ 9 bis 21 enthalten allgemeine Prüfungsbestimmungen, während die §§ 22–26 Einzelheiten zum Ersten Abschnitt der Ärztlichen Prüfung regeln. Die Vorschriften wurden vom Bundesminister für Gesundheit erlassen und besitzen die Wirkung einer Bundesverordnung.
Die rechtliche Grundlage für das Physikum in Deutschland bildet die Approbationsordnung für Ärzte (AOÄ) in ihrer aktuellen Fassung vom 27. Juni 2002 (zuletzt geändert am 17. Juli 2017). Die §§ 9 bis 21 enthalten allgemeine Prüfungsbestimmungen, während die §§ 22–26 Einzelheiten zum Ersten Abschnitt der Ärztlichen Prüfung regeln. Die Vorschriften wurden vom Bundesminister für Gesundheit erlassen und besitzen die Wirkung einer Bundesverordnung.
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=== Zukunftsaussichten ===
=== Zukunftsaussichten ===
Im Rahmen der Reformen des Medizinstudiums sind Änderungen des Physikums vorgesehen. Geplant ist eine stärkere klinische Verzahnung, bei der die Studierenden bereits grundlegende Patientenkontakte durchführen, einfache Anamnesen erheben und wissenschaftliche Studien kritisch beurteilen können. Diese Anpassungen stehen im Zusammenhang mit dem Masterplan Medizinstudium 2020, der auf einen Paradigmenwechsel in der medizinischen Ausbildung abzielt. Insgesamt soll das Physikum dadurch praxisnäher und patientenorientierter gestaltet werden.
Im Rahmen der Reformen des Medizinstudiums sind Änderungen des Physikums vorgesehen. Geplant ist eine stärkere klinische Verzahnung, bei der die Studierenden bereits grundlegende Patientenkontakte durchführen, einfache Anamnesen erheben und wissenschaftliche Studien kritisch beurteilen können. Diese Anpassungen stehen im Zusammenhang mit dem Masterplan Medizinstudium 2020, der auf einen Paradigmenwechsel in der medizinischen Ausbildung abzielt. Insgesamt soll das Physikum dadurch praxisnäher und patientenorientierter gestaltet werden.
== Forschung zum Physikum ==
=== Einleitung und Übersicht ===
Das Physikum wird nicht nur als Zwischenprüfung im Medizinstudium verstanden, sondern ist auch Gegenstand wissenschaftlicher Untersuchungen. Die Forschung dazu erfolgt aus unterschiedlichen Perspektiven. In der Medizingeschichte liegt der Fokus auf der Entstehung, den inhaltlichen Programmen und den historischen Veränderungen des Physikums sowie deren Auswirkungen auf Studierende, Ärzte, Patienten und die Gesellschaft. Ergänzend werden Forschungen aus den Bereichen Hochschuldidaktik, Psychologie und Medizin durchgeführt, um verschiedene Aspekte und Auswirkungen der Prüfung zu analysieren. Teilweise wählen Studierende das Physikum auch als Thema für ihre eigene medizinische Dissertation.
=== Medizinische Aspekte und Wirkungsforschung ===
Eine Pilotstudie an der Universität Düsseldorf aus dem Jahr 2001 untersuchte Stress und körperliche Beschwerden während der Examensvorbereitung. An sechsundsechzig Medizinstudierenden wurden mittels Fragebögen und Protokollen die Belastungen während der Vorbereitungsphase erfasst. Die durchschnittliche tägliche Lernzeit lag bei über acht Stunden, und die Probanden schliefen in dieser Phase signifikant weniger. Die Studie zeigte, dass das Physikum eine besondere Belastung darstellt, wobei Herzjagen und Herzstolpern deutlich häufiger auftraten. Nur wenige Studierende blieben beschwerdefrei, und die Hypothese, dass unterschiedliche Lernstile die Beschwerden beeinflussen, konnte aufgrund der geringen Anzahl beschwerdefreier Probanden nicht getestet werden. Als mögliche Erklärungen für die geringe Beschwerdefreiheit wurden ein erhöhtes Verantwortungsgefühl für die eigene Gesundheit, bewusste Reduktion von Risiken wie Alkoholkonsum und geringere Exposition gegenüber pathogenen Keimen angenommen.
Eine prospektive Studie aus dem Bereich der Pneumologie untersuchte den Zusammenhang zwischen Schnarchen und Physikumsergebnissen. Bei 481 Medizinstudierenden zeigte sich, dass Alter und Schnarchen einen unabhängigen Einfluss auf die Prüfungsleistung hatten. Studierende, die schnarchten, erreichten im Durchschnitt schlechtere Noten (3,1) als nicht schnarchende Studierende (2,8). Aus dieser Untersuchung entstand ebenfalls eine Dissertation. Insgesamt liefert die Forschung zum Physikum wertvolle Einblicke in die gesundheitlichen, psychologischen und leistungsbezogenen Aspekte der Prüfung für Medizinstudierende.


== Siehe auch ==
== Siehe auch ==

Aktuelle Version vom 9. März 2026, 14:26 Uhr

Äskulapstab (Symbol der Medizin)

Physikum ist die traditionelle Bezeichnung für die erste große Zwischenprüfung im Studium der Humanmedizin in Deutschland. Seit einer Reform der Approbationsordnung im Jahr 2002 lautet die amtliche Bezeichnung Erster Abschnitt der Ärztlichen Prüfung. Trotz der offiziellen Umbenennung wird der Begriff Physikum im universitären Alltag, in der wissenschaftlichen Literatur sowie in Fachwörterbüchern weiterhin häufig verwendet.

Das Physikum bildet den Abschluss der vorklinischen Studienphase und stellt die erste umfassende Leistungsüberprüfung im Medizinstudium dar. In dieser Prüfung werden vor allem grundlegende medizinische und naturwissenschaftliche Kenntnisse abgefragt, die in den ersten Studienjahren vermittelt werden.

Auch in anderen medizinischen Studiengängen existieren vergleichbare Prüfungen. Im Studium der Zahnmedizin lautet die entsprechende Prüfung Zahnärztliche Vorprüfung'. In der Veterinärmedizin wird traditionell ebenfalls der Begriff Physikum verwendet, wobei parallel dazu die Bezeichnung Tierärztliche Vorprüfung gebräuchlich ist. In einigen Studiengängen, insbesondere in der Zahn- und Veterinärmedizin, wird vor dem Physikum zusätzlich ein sogenanntes Vorphysikum abgelegt, in dem grundlegende naturwissenschaftliche Fächer wie Physik, Chemie und Biologie geprüft werden.

Geschichte

Die Einführung des Physikums geht auf Reformbestrebungen der medizinischen Ausbildung im 19. Jahrhundert zurück. Ziel dieser Reformen war es, das Medizinstudium stärker auf naturwissenschaftliche Grundlagen zu stützen und die Ausbildung systematischer zu strukturieren.

Eine wichtige Rolle spielte dabei der Anatom Heinrich Rathke, der im Jahr 1858 eine Reform der medizinischen Prüfungsordnung anregte. In Preußen wurde das Physikum im Jahr 1861 offiziell eingeführt und später im gesamten Deutschen Reich übernommen. Das Prüfungssystem wurde im Laufe der Zeit mehrfach angepasst, blieb jedoch in seinem Grundprinzip erhalten.

Mit der Neufassung der Approbationsordnung für Ärzte im Jahr 2002 wurde das Physikum rechtlich in den staatlichen Prüfungsablauf integriert. Seitdem bildet der Erste Abschnitt der Ärztlichen Prüfung den ersten Teil der staatlichen Gesamtprüfung für angehende Ärzte. Insgesamt markiert das Physikum bis heute einen zentralen Meilenstein im Medizinstudium in Deutschland.

Inhalte und Regelungen der Prüfung

Studiengang Humanmedizin

Rechtliche Grundlagen

Die rechtliche Grundlage für das Physikum in Deutschland bildet die Approbationsordnung für Ärzte (AOÄ) in ihrer aktuellen Fassung vom 27. Juni 2002 (zuletzt geändert am 17. Juli 2017). Die §§ 9 bis 21 enthalten allgemeine Prüfungsbestimmungen, während die §§ 22–26 Einzelheiten zum Ersten Abschnitt der Ärztlichen Prüfung regeln. Die Vorschriften wurden vom Bundesminister für Gesundheit erlassen und besitzen die Wirkung einer Bundesverordnung.

Organisation, Durchführung und Inhalte

Das Physikum findet in der Regel nach vier Semestern des Medizinstudiums statt. Die Prüfung besteht aus einem schriftlichen und einem mündlich-praktischen Teil, die an verschiedenen Terminen durchgeführt werden. Der schriftliche Teil ist deutschlandweit einheitlich und wird jährlich an zwei Terminen im März und August abgehalten. Er umfasst 320 Multiple-Choice-Fragen in den Fächern Physiologie/Physik (80 Fragen), Biochemie/Chemie (80 Fragen), Anatomie/Biologie (100 Fragen) sowie Medizinische Psychologie/Soziologie (60 Fragen). Die Bearbeitungszeit beträgt jeweils vier Stunden pro Tag. Jede Frage wird gleich gewichtet, und die maximal erreichbare Punktzahl beträgt 320 Punkte, kann aber bei Korrekturen an Aufgaben angepasst werden.

Der mündlich-praktische Teil umfasst nach der aktuellen Approbationsordnung die Fächer Anatomie, Physiologie und Biochemie/Molekularbiologie. Vor der eigentlichen Prüfung kann ein praktischer Vortermin stattfinden. Die Prüfung wird von Hochschullehrern der jeweiligen Universität durchgeführt, wobei die Prüfungsdauer pro Prüfling zwischen 45 Minuten und einer Stunde beträgt.

Bewertung

Schriftlicher und mündlich-praktischer Teil werden zunächst getrennt benotet. Die Gesamtnote des Physikums ergibt sich als arithmetischer Mittelwert der beiden Teilergebnisse. Nicht bestandene Prüfungsteile können zweimal wiederholt werden. Die Gesamtnote des Physikums geht zu einem Drittel in die Gesamtnote der Ärztlichen Prüfung ein. Das Bestehen des Physikums beendet die vorklinische Studienphase und leitet den klinischen Abschnitt des Medizinstudiums ein.

Studiengang Veterinärmedizin

Das Physikum in der Veterinärmedizin findet ebenfalls nach dem vierten Semester statt. Geprüft werden die Fächer Tierzucht und Genetik, Biochemie, Physiologie, Anatomie, Histologie und Embryologie. Die Prüfungen erstrecken sich über acht bis zehn Wochen und werden schriftlich, mündlich und teils praktisch abgelegt. Grundlagenfächer wie Chemie, Physik, Zoologie und Botanik werden bereits im Vorphysikum geprüft. Die Rechtsgrundlage bildet die Verordnung zur Approbation von Tierärztinnen und Tierärzten in der Fassung vom 27. Juli 2006 (§§ 5–28).

Studiengang Zahnmedizin

Das Physikum der Zahnmedizin kann frühestens nach dem fünften Semester abgelegt werden und umfasst die Fächer Anatomie, Physiologie, Biochemie und Zahnersatzkunde. Diese werden mündlich geprüft, Zahnersatzkunde zusätzlich praktisch. Die naturwissenschaftlichen Fächer Chemie, Physik und Biologie werden bereits im Vorphysikum geprüft. Grundlage hierfür ist die Approbationsordnung für Zahnärzte (§§ 3–31).

Prüfungsergebnisse

Das Institut für medizinische und pharmazeutische Prüfungsfragen (IMPP) dokumentiert und veröffentlicht die anonymisierten Ergebnisse der Prüfungen. Beispielsweise erreichten im Herbst 2018 bundesweit 6552 Prüflinge durchschnittlich 74,7 % der maximal möglichen Punkte im schriftlichen Teil, wobei die besten Ergebnisse in Biologie (81,3 %) und die geringsten in Physik (61,5 %) erzielt wurden. Die durchschnittliche Gesamtnote lag bei 2,27.

Zukunftsaussichten

Im Rahmen der Reformen des Medizinstudiums sind Änderungen des Physikums vorgesehen. Geplant ist eine stärkere klinische Verzahnung, bei der die Studierenden bereits grundlegende Patientenkontakte durchführen, einfache Anamnesen erheben und wissenschaftliche Studien kritisch beurteilen können. Diese Anpassungen stehen im Zusammenhang mit dem Masterplan Medizinstudium 2020, der auf einen Paradigmenwechsel in der medizinischen Ausbildung abzielt. Insgesamt soll das Physikum dadurch praxisnäher und patientenorientierter gestaltet werden.

Forschung zum Physikum

Einleitung und Übersicht

Das Physikum wird nicht nur als Zwischenprüfung im Medizinstudium verstanden, sondern ist auch Gegenstand wissenschaftlicher Untersuchungen. Die Forschung dazu erfolgt aus unterschiedlichen Perspektiven. In der Medizingeschichte liegt der Fokus auf der Entstehung, den inhaltlichen Programmen und den historischen Veränderungen des Physikums sowie deren Auswirkungen auf Studierende, Ärzte, Patienten und die Gesellschaft. Ergänzend werden Forschungen aus den Bereichen Hochschuldidaktik, Psychologie und Medizin durchgeführt, um verschiedene Aspekte und Auswirkungen der Prüfung zu analysieren. Teilweise wählen Studierende das Physikum auch als Thema für ihre eigene medizinische Dissertation.

Medizinische Aspekte und Wirkungsforschung

Eine Pilotstudie an der Universität Düsseldorf aus dem Jahr 2001 untersuchte Stress und körperliche Beschwerden während der Examensvorbereitung. An sechsundsechzig Medizinstudierenden wurden mittels Fragebögen und Protokollen die Belastungen während der Vorbereitungsphase erfasst. Die durchschnittliche tägliche Lernzeit lag bei über acht Stunden, und die Probanden schliefen in dieser Phase signifikant weniger. Die Studie zeigte, dass das Physikum eine besondere Belastung darstellt, wobei Herzjagen und Herzstolpern deutlich häufiger auftraten. Nur wenige Studierende blieben beschwerdefrei, und die Hypothese, dass unterschiedliche Lernstile die Beschwerden beeinflussen, konnte aufgrund der geringen Anzahl beschwerdefreier Probanden nicht getestet werden. Als mögliche Erklärungen für die geringe Beschwerdefreiheit wurden ein erhöhtes Verantwortungsgefühl für die eigene Gesundheit, bewusste Reduktion von Risiken wie Alkoholkonsum und geringere Exposition gegenüber pathogenen Keimen angenommen.

Eine prospektive Studie aus dem Bereich der Pneumologie untersuchte den Zusammenhang zwischen Schnarchen und Physikumsergebnissen. Bei 481 Medizinstudierenden zeigte sich, dass Alter und Schnarchen einen unabhängigen Einfluss auf die Prüfungsleistung hatten. Studierende, die schnarchten, erreichten im Durchschnitt schlechtere Noten (3,1) als nicht schnarchende Studierende (2,8). Aus dieser Untersuchung entstand ebenfalls eine Dissertation. Insgesamt liefert die Forschung zum Physikum wertvolle Einblicke in die gesundheitlichen, psychologischen und leistungsbezogenen Aspekte der Prüfung für Medizinstudierende.

Siehe auch

Wissenschaftliche Nachschlagewerke

Enzyklopädien & Lexika

Brockhaus Enzyklopädie

Brockhaus Schullexikon

Brockhaus Kinderlexikon

Encyclopædia Britannica

Britannica Kids

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Wikipedia (Wiki)

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