Tungerer: Unterschied zwischen den Versionen
Die Seite wurde neu angelegt: „__INDEX__ Die '''Tungerer''' waren ein germanischer Volksstamm, der im Bereich des heutigen Niederrheins ansässig war. Ihr Siedlungsgebiet erstreckte sich auf die linke Rheinseite, insbesondere in die Region um das spätere Tongern, das 15 v. Chr. als römische Stadt Atuatuca Tungrorum gegründet wurde. Die Tungerer siedelten nördlich des heutigen Lüttichs und bildeten eine eigenständige Stammesgruppe innerhalb der germanischen Völker…“ |
Keine Bearbeitungszusammenfassung |
||
| Zeile 11: | Zeile 11: | ||
== Römische Auxiliareinheiten == | == Römische Auxiliareinheiten == | ||
In der frühen [[Römische Kaiserzeit|Kaiserzeit]] wurden die folgenden [[Auxiliartruppen|Auxiliareinheiten]] auf dem Gebiet der Tungerer rekrutiert: | In der frühen [[Römische Kaiserzeit|Kaiserzeit]] wurden die folgenden [[Auxiliartruppen|Auxiliareinheiten]] auf dem Gebiet der Tungerer rekrutiert: | ||
* [[Ala I Asturum et Tungrorum]] | * [[Ala I Asturum et Tungrorum]] | ||
Version vom 15. Februar 2026, 12:35 Uhr
Die Tungerer waren ein germanischer Volksstamm, der im Bereich des heutigen Niederrheins ansässig war. Ihr Siedlungsgebiet erstreckte sich auf die linke Rheinseite, insbesondere in die Region um das spätere Tongern, das 15 v. Chr. als römische Stadt Atuatuca Tungrorum gegründet wurde. Die Tungerer siedelten nördlich des heutigen Lüttichs und bildeten eine eigenständige Stammesgruppe innerhalb der germanischen Völker der Region.
Hintergrund und frühe Besiedlung
Vor der römischen Eroberung Galliens durch Gaius Iulius Caesar im Jahr 58 v. Chr. hatten sich vermutlich bereits germanische Gruppen über den Rhein ausgebreitet und mit den dort seit etwa 300 Jahren ansässigen keltischen Bevölkerungen vermischt. In seinen Schriften nennt Caesar mehrere linksrheinische Germanenstämme als eigenständige ethnische Einheiten, darunter die Condrusi, Eburonen, Caerosi, Paemani sowie weitere Gruppen, die insgesamt unter dem Sammelnamen Germani geführt wurden.
Während des Gallischen Krieges wurden die Eburonen 54/53 v. Chr. weitgehend ausgelöscht, und ihr Territorium wurde anschließend römisch reorganisiert. Teile dieses Landes wurden den Sunukern und den Tungerern zugewiesen, wodurch letztere ihr Siedlungsgebiet festigten. Später gehörte das Gebiet der Tungerer zunächst zur römischen Provinz Gallia Belgica und ab dem Ende des 1. Jahrhunderts n. Chr. zur Provinz Germania inferior.
Politische und kulturelle Einbindung
Die Tungerer waren Teil des linksrheinischen germanischen Stammesgefüges, das während der römischen Expansion in Gallien in den Verwaltungsstrukturen des Imperiums integriert wurde. Ihre zentrale Siedlung bei Tongern entwickelte sich zu einem regionalen Verwaltungszentrum und spielte eine bedeutende Rolle in der römischen Organisation der Provinz. Durch diese Integration wurden die Tungerer sowohl politisch als auch wirtschaftlich in das römische System eingebunden, während sie zugleich ihre germanische Identität bewahrten.
Römische Auxiliareinheiten
In der frühen Kaiserzeit wurden die folgenden Auxiliareinheiten auf dem Gebiet der Tungerer rekrutiert:
Quellen
- Tacitus, Germania 2
- Caesar, De bello Gallico IV,6,4
Literatur
- Siehe Germanische Altertumskunde Online ← Artikelsuche
- Robert Nouwen: Tongeren en het land van de Tungri. 1997 (Vollversion).
