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Alte Geschichte: Unterschied zwischen den Versionen

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Dr. phil. Herbert J. Seibert (Diskussion | Beiträge)
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Die '''Alte Geschichte''' ist ein Fachbereich der Geschichtswissenschaft, der sich mit der griechisch-römischen Antike und ihren kulturellen, politischen und sozialen Entwicklungen befasst. Wissenschaftler, die in diesem Bereich tätig sind, werden als Althistoriker bezeichnet. Sie beschäftigen sich vor allem mit der Analyse und Interpretation antiker Texte, betrachten aber auch nichtschriftliche Quellen wie Inschriften, Münzen oder archäologische Funde, um ein möglichst umfassendes Bild der antiken Gesellschaften zu gewinnen. Die Alte Geschichte unterscheidet sich damit sowohl von der Klassischen Archäologie, die sich stärker auf materielle Zeugnisse konzentriert, als auch von der Ur- und Frühgeschichte, deren Quellenlage überwiegend archäologisch geprägt ist.
Die '''Alte Geschichte''' ist ein Fachbereich der [[Geschichtswissenschaften]], der sich mit der griechisch-römischen Antike und ihren kulturellen, politischen und sozialen Entwicklungen befasst. Wissenschaftler, die in diesem Bereich tätig sind, werden als Althistoriker bezeichnet. Sie beschäftigen sich vor allem mit der Analyse und Interpretation antiker Texte, betrachten aber auch nichtschriftliche Quellen wie Inschriften, Münzen oder archäologische Funde, um ein möglichst umfassendes Bild der antiken Gesellschaften zu gewinnen. Die Alte Geschichte unterscheidet sich damit sowohl von der Klassischen Archäologie, die sich stärker auf materielle Zeugnisse konzentriert, als auch von der Ur- und Frühgeschichte, deren Quellenlage überwiegend archäologisch geprägt ist.


An den meisten Universitäten im deutschsprachigen Raum ist die Alte Geschichte integraler Bestandteil historischer Studiengänge, einschließlich der Lehramtsausbildung. Spezialisierte Bachelorstudiengänge ausschließlich für Alte Geschichte sind vergleichsweise selten und werden beispielsweise an der Universität Heidelberg, der Universität Rostock und der Friedrich-Schiller-Universität Jena angeboten. Teilweise ist das Fach auch institutionell in altertumswissenschaftlichen Instituten angesiedelt, etwa an den Universitäten Kiel oder Halle. In der deutschen Hochschulpolitik wird die Alte Geschichte mit einer geringen Zahl von Professuren geführt, was sie zu einem sogenannten „Kleinen Fach“ macht. Promotionen sind in der Regel möglich, während die reine Bachelor-Ausbildung in dieser Disziplin nur eingeschränkt vertreten ist.
An den meisten Universitäten im deutschsprachigen Raum ist die Alte Geschichte integraler Bestandteil historischer Studiengänge, einschließlich der Lehramtsausbildung. Spezialisierte Bachelorstudiengänge ausschließlich für Alte Geschichte sind vergleichsweise selten und werden beispielsweise an der Universität Heidelberg, der Universität Rostock und der Friedrich-Schiller-Universität Jena angeboten. Teilweise ist das Fach auch institutionell in altertumswissenschaftlichen Instituten angesiedelt, etwa an den Universitäten Kiel oder Halle. In der deutschen Hochschulpolitik wird die Alte Geschichte mit einer geringen Zahl von Professuren geführt, was sie zu einem sogenannten „Kleinen Fach“ macht. Promotionen sind in der Regel möglich, während die reine Bachelor-Ausbildung in dieser Disziplin nur eingeschränkt vertreten ist.

Version vom 25. Februar 2026, 13:49 Uhr

Die Alte Geschichte ist ein Fachbereich der Geschichtswissenschaften, der sich mit der griechisch-römischen Antike und ihren kulturellen, politischen und sozialen Entwicklungen befasst. Wissenschaftler, die in diesem Bereich tätig sind, werden als Althistoriker bezeichnet. Sie beschäftigen sich vor allem mit der Analyse und Interpretation antiker Texte, betrachten aber auch nichtschriftliche Quellen wie Inschriften, Münzen oder archäologische Funde, um ein möglichst umfassendes Bild der antiken Gesellschaften zu gewinnen. Die Alte Geschichte unterscheidet sich damit sowohl von der Klassischen Archäologie, die sich stärker auf materielle Zeugnisse konzentriert, als auch von der Ur- und Frühgeschichte, deren Quellenlage überwiegend archäologisch geprägt ist.

An den meisten Universitäten im deutschsprachigen Raum ist die Alte Geschichte integraler Bestandteil historischer Studiengänge, einschließlich der Lehramtsausbildung. Spezialisierte Bachelorstudiengänge ausschließlich für Alte Geschichte sind vergleichsweise selten und werden beispielsweise an der Universität Heidelberg, der Universität Rostock und der Friedrich-Schiller-Universität Jena angeboten. Teilweise ist das Fach auch institutionell in altertumswissenschaftlichen Instituten angesiedelt, etwa an den Universitäten Kiel oder Halle. In der deutschen Hochschulpolitik wird die Alte Geschichte mit einer geringen Zahl von Professuren geführt, was sie zu einem sogenannten „Kleinen Fach“ macht. Promotionen sind in der Regel möglich, während die reine Bachelor-Ausbildung in dieser Disziplin nur eingeschränkt vertreten ist.

Die zeitliche Abgrenzung der Alten Geschichte beginnt in der Regel mit der frühen griechischen Schriftkultur, wobei das griechische Alphabet im achten Jahrhundert v. Chr. eine zentrale Zäsur markiert. Einige Althistoriker befassen sich darüber hinaus mit der vorangehenden mykenischen und minoischen Kultur, die jedoch überwiegend archäologisch erforscht wird. Das Ende der bearbeiteten Epoche ist unterschiedlich definiert; traditionell wird es mit der Absetzung des letzten weströmischen Kaisers Romulus Augustulus im Jahr 476 n. Chr. angesetzt. Neuere Forschungen in der Spätantike setzen das Ende häufig später, etwa mit dem Tod Kaiser Justinians 565, dem Beginn der islamischen Expansion 632 oder dem Tod Kaiser Herakleios 641. Diese Übergangszeiten überschneiden sich mit den Untersuchungsgebieten der Byzantinistik und der Frühmittelalterforschung. Die geografische Ausrichtung der Alten Geschichte umfasst vor allem das Kerngebiet des Römischen Reiches zu seiner größten Ausdehnung unter Kaiser Trajan, wobei die hellenistische Welt und teilweise Vorderindien für Untersuchungen zum Alexanderreich und dessen Nachfolgestaaten ebenfalls in Betracht gezogen werden.

Die Alte Geschichte entwickelte sich als eigenständige wissenschaftliche Disziplin im frühen 19. Jahrhundert, als Historiker und Archäologen begannen, sich systematisch mit den Quellen der Antike auseinanderzusetzen. Bedeutende Persönlichkeiten dieser Zeit, darunter Barthold Georg Niebuhr, Johann Gustav Droysen, Ernst Curtius und Theodor Mommsen, erweiterten die Forschung auf politische, soziale und wirtschaftliche Strukturen der griechischen und römischen Welt. Ursprünglich umfasste das Fach auch die Geschichte des Alten Orients, darunter Ägypten, Mesopotamien und Anatolien, doch im Verlauf des 19. Jahrhunderts erfolgte eine stärkere Fokussierung auf Griechenland und Rom. Die Methoden der Altphilologie, insbesondere die Beherrschung der altgriechischen und lateinischen Sprache, prägten dabei die Forschung maßgeblich. Die klassischen Bildungsideale des 18. und 19. Jahrhunderts führten dazu, dass die Antike als Vorbild für europäische Kultur und Bildung betrachtet wurde, was die Popularität der Alten Geschichte in Deutschland verstärkte.

Im 20. Jahrhundert erlebte das Fach eine methodische Erweiterung. Neben der traditionellen Textanalyse rückten ökonomische, soziale und kulturelle Aspekte stärker in den Fokus. Wichtige Forschungsthemen umfassen unter anderem die Troja-Forschung, die politischen Strukturen Athens und Roms, die hellenistische Welt, wirtschaftliche Modelle sowie die Spätantike und die Völkerwanderungszeit. Moderne Ansätze nutzen interdisziplinäre Methoden, darunter praxeologische, diskursanalytische und postkoloniale Theorien, wobei nach wie vor antike Texte die zentrale Quelle darstellen. Die Verbindung zwischen Theorie und empirischer Quellenanalyse bleibt ein wesentliches Merkmal der Forschung.

Für die wissenschaftliche Qualifikation in der Alten Geschichte ist der Nachweis von Latein- und Altgriechischkenntnissen unerlässlich. In Deutschland sind Promotion und in der Regel Habilitation Voraussetzungen für eine Professur, wobei häufig eine Arbeit zur griechischen und eine zur römischen Geschichte gefordert wird, um die fachliche Breite zu gewährleisten. Monographien, Sammelbände und Fachzeitschriften wie Historia, Chiron und Klio bilden die zentralen Publikationsorgane, die auch international anerkannt sind. Althistoriker arbeiten eng über Sprach- und Disziplingrenzen hinweg, wobei neben Englisch auch Deutsch, Französisch und Italienisch als wichtige Arbeitssprachen gelten.

Insgesamt zeigt die Alte Geschichte in Deutschland eine starke internationale Vernetzung und eine kontinuierliche Weiterentwicklung der Methoden. Während sie traditionell durch philologische Ansätze geprägt war, ermöglichen heutige interdisziplinäre Forschungsperspektiven eine umfassende Analyse der antiken Welt, die sowohl Textquellen als auch archäologische, ökonomische und soziale Daten berücksichtigt. Das Fach bleibt damit ein zentraler Bestandteil der Klassischen Altertumswissenschaften und leistet einen wichtigen Beitrag zum Verständnis der politischen, kulturellen und gesellschaftlichen Entwicklungen in der Antike.

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