Der Mensch kehrt nach mehr als einem halben Jahrhundert zum Mond zurück: Verfolge die aktuelle Flugbahn der Artemis-II-Mission auf dem Weg zum Mond im „Livestream der NASA“. Das Orion-Raumschiff verfügt über Außenkameras am Rumpf. Siehe zur Artemis-II-Mission neueste Nachrichten auf der Website der Tagesschau. (NASA-Livestream) (Informatives Video)

Wikiversity: Unterschied zwischen den Versionen

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Auch der organisatorische Aufbau der Plattform bleibt problematisch. Entscheidungsprozesse sind schwer nachvollziehbar, verbindliche Qualitätsmaßstäbe fehlen weitgehend, und inhaltliche Pflege findet häufig nur sporadisch statt. Die Folge ist eine deutliche Qualitätsstreuung, die den pädagogischen Wert vieler Seiten beeinträchtigt. Verstärkt wird dies durch den nachweislich bestehenden Anteil an Urheberrechtsverletzungen, die in Form ungekennzeichneter Übernahmen aus externen Quellen seit Jahren immer wieder auftreten. Diese Situation stellt nicht nur ein rechtliches Risiko dar, sondern schadet auch nachhaltig der Glaubwürdigkeit des Projekts.
Auch der organisatorische Aufbau der Plattform bleibt problematisch. Entscheidungsprozesse sind schwer nachvollziehbar, verbindliche Qualitätsmaßstäbe fehlen weitgehend, und inhaltliche Pflege findet häufig nur sporadisch statt. Die Folge ist eine deutliche Qualitätsstreuung, die den pädagogischen Wert vieler Seiten beeinträchtigt. Verstärkt wird dies durch den nachweislich bestehenden Anteil an Urheberrechtsverletzungen, die in Form ungekennzeichneter Übernahmen aus externen Quellen seit Jahren immer wieder auftreten. Diese Situation stellt nicht nur ein rechtliches Risiko dar, sondern schadet auch nachhaltig der Glaubwürdigkeit des Projekts.
== Umgang der Wikiversity mit Primärforschung ==
Die Frage des Umgangs mit Primärforschung stellt innerhalb der Wikiversity einen zentralen Bestandteil ihres wissenschaftlichen und bildungsorientierten Selbstverständnisses dar. Während klassische Wikimedia-Projekte, insbesondere die Wikipedia, originäre Forschung grundsätzlich ausschließen, verfolgt Wikiversity aufgrund ihres expliziten Bildungsauftrags einen erweiterten Ansatz. Ziel ist es, wissenschaftliches Lernen nicht ausschließlich durch die Darstellung bereits etablierten Wissens zu ermöglichen, sondern auch durch die praktische Anwendung wissenschaftlicher Methoden und die reflektierte Durchführung eigener Forschungsprozesse.
Unter Primärforschung, häufig auch als „originäre Forschung“ bezeichnet, versteht man wissenschaftliche Arbeiten, bei denen neue Erkenntnisse, Daten, Analysen oder theoretische Ansätze entstehen, die zuvor nicht veröffentlicht wurden. Diese steht im Gegensatz zur Sekundärforschung, deren Schwerpunkt auf der Auswertung, Einordnung und Zusammenfassung bereits vorhandener wissenschaftlicher Literatur liegt. In traditionellen Wikimedia-Projekten wird überwiegend Sekundärforschung genutzt, um bestehende wissenschaftliche Positionen neutral darzustellen. Wikiversity hingegen betrachtet Forschung selbst als Lernprozess und integriert daher Forschungsaktivitäten bewusst in ihre Projektstruktur.
=== Bedeutung von Primärforschung im Bildungskontext ===
Bildung beschränkt sich nicht allein auf die Vermittlung bestehenden Wissensbestandes. Ein wesentliches Merkmal wissenschaftlicher Ausbildung besteht darin, Forschungsmethoden zu erlernen und aktiv anzuwenden. Die Teilnahme an Forschungsprojekten ermöglicht es Lernenden, wissenschaftliche Fragestellungen eigenständig zu entwickeln, Daten zu analysieren sowie methodische Kompetenzen aufzubauen.
Vor diesem Hintergrund nimmt Primärforschung innerhalb der Wikiversity eine besondere Stellung ein. Die Plattform dient nicht nur als Sammlung von Lernmaterialien, sondern auch als experimenteller Raum für wissenschaftliche Zusammenarbeit. Forschungsprojekte können dabei aus Lehrmaterialien hervorgehen oder im Rahmen gemeinschaftlicher wissenschaftlicher Initiativen entstehen. Dieser Ansatz folgt dem Grundgedanken, Forschungskompetenz generationenübergreifend zu vermitteln und wissenschaftliches Arbeiten transparent zu gestalten.
=== Primärforschung innerhalb der Wikimedia-Projekte ===
Innerhalb der Projekte der Wikimedia Foundation besitzt der Begriff „originäre Forschung“ eine spezifische Bedeutung. Er bezeichnet Inhalte, die von Autoren erstellt wurden und deren Aussagen, Analysen oder Schlussfolgerungen nicht zuvor in zuverlässigen externen Quellen veröffentlicht worden sind. Dazu zählen unter anderem neue Argumentationen, Datensammlungen, Hypothesen, Interpretationen oder theoretische Modelle.
Der Mitbegründer der Wikipedia, [Jimmy Wales](chatgpt://generic-entity?number=0), beschrieb problematische Formen solcher Inhalte sinngemäß als Darstellungen, die einer eigenständigen historischen oder narrativen Interpretation entsprechen können. Während Wikipedia solche Inhalte ablehnt, ergibt sich für Wikiversity aus ihrem Bildungsauftrag die Notwendigkeit, geeignete Rahmenbedingungen für verantwortungsvolle Forschungsaktivitäten zu entwickeln.
Ausgehend von der früheren Wikimedia-Grundhaltung der „Keine Theoriefindung“-Richtlinie entstand innerhalb der Wikiversity-Gemeinschaft die Aufgabe, Richtlinien und Verfahren zu etablieren, die originäre Forschung ermöglichen, ohne wissenschaftliche Standards oder Projektziele zu gefährden.
=== Umfang von Forschungsprojekten auf Wikiversity ===
Forschungsprojekte auf Wikiversity können sowohl Formen erweiterter Sekundärforschung als auch echte Primärforschung umfassen. Literaturanalysen, methodisch angelegte Untersuchungen oder empirische Projekte können dabei neues Wissen, bislang unveröffentlichte Daten oder wissenschaftliche Argumentationen hervorbringen.
Die Zulassung solcher Projekte erfordert jedoch organisatorische und methodische Strukturen, die mögliche Risiken wissenschaftlicher Fehlentwicklungen reduzieren. Dazu gehört insbesondere die Entwicklung eines Systems zur Bewertung von Forschungsmethoden sowie zur frühzeitigen Identifikation problematischer Forschungsansätze.
=== Formales Peer-Review als Qualitätssicherung ===
In klassischen Wikimedia-Projekten basiert die Qualitätskontrolle vor allem auf der Überprüfbarkeit durch veröffentlichte Quellen. Dieses Prinzip lässt sich auf originäre Forschung nur eingeschränkt anwenden, da neue Erkenntnisse definitionsgemäß noch nicht publiziert sind.
Aus diesem Grund orientiert sich Wikiversity am wissenschaftlichen Verfahren des Peer-Reviews. Dabei werden Forschungsarbeiten durch andere fachkundige Teilnehmer geprüft, bewertet und diskutiert. Ziel dieses Prozesses ist es, wissenschaftliche Standards zu sichern, methodische Schwächen zu erkennen und die Qualität der Forschung kontinuierlich zu verbessern.
=== Das Überprüfungsgremium (Review Board) ===
Zur strukturierten Begleitung von Forschungsprojekten wurde innerhalb der Wikiversity ein Überprüfungsgremium eingerichtet, das sogenannte Review Board. Dieses besteht aus anerkannten Mitgliedern der Gemeinschaft, die bei der Bewertung von Forschungsmethoden unterstützen und bei auftretenden Problemen vermitteln.
Originäre Forschung kann Risiken beinhalten, etwa durch unzureichende Methodik, nicht überprüfbare Datenerhebung oder die fehlerhafte Darstellung nichtwissenschaftlicher Inhalte als Forschung. Das Review Board dient daher als institutioneller Mechanismus zur Sicherstellung wissenschaftlicher Integrität. Neben dem offenen Wiki-Peer-Review wird damit ein stärker formalisiertes Prüfverfahren ergänzt.
=== Vorabgenehmigung von Forschungsprojekten ===
Grundsätzlich können Forschungsprojekte auf Wikiversity ohne vorherige Genehmigung begonnen werden. Eine Ausnahme bilden Forschungsvorhaben, die nach wissenschaftlichen Standards üblicherweise eine ethische Prüfung erfordern, beispielsweise Studien mit menschlichen Versuchspersonen.
In solchen Fällen kann ein bereits durch eine externe Ethikkommission genehmigtes Projekt teilweise auf Wikiversity durchgeführt werden. Das Review Board überprüft anschließend, ob das Vorhaben mit den Richtlinien der Wikimedia Foundation sowie mit dem Bildungsauftrag der Wikiversity vereinbar ist.
=== Überprüfung von Forschungsmethoden und Forschungspraxis ===
Eine zentrale Aufgabe des Review Boards besteht darin, die Gemeinschaft beim Peer-Review laufender Forschungsprojekte zu unterstützen. Besonderes Augenmerk liegt auf der Einhaltung der Wikiversity-Forschungsrichtlinien sowie auf der Anwendung nachvollziehbarer und valider wissenschaftlicher Methoden.
Werden methodische Probleme erkannt, unterstützt das Gremium die Beteiligten bei deren Korrektur. Forschungsprojekte, deren grundlegende Mängel nicht behoben werden können, können in Zusammenarbeit mit Administratoren beendet werden. Gleichzeitig verfolgt Wikiversity das Ziel, Lernenden den verantwortungsvollen Umgang mit wissenschaftlichen Methoden praktisch zu vermitteln.
=== Veröffentlichung innerhalb des Wiki-Systems ===
Die Veröffentlichung von Forschungsergebnissen auf Wikiversity erfolgt zunächst informell innerhalb des Wiki-Systems. Eine solche Veröffentlichung stellt jedoch keine wissenschaftliche Zertifizierung dar und bedeutet keine offizielle Bestätigung der Ergebnisse durch das Review Board.
Langfristig wird innerhalb der Wikiversity diskutiert, ein formales Peer-Review-System für Forschungsberichte zu etablieren. Bis zur möglichen Einführung eines solchen Systems wird empfohlen, Forschungsergebnisse zusätzlich bei etablierten wissenschaftlichen Fachzeitschriften einzureichen, um eine externe Begutachtung zu gewährleisten.
=== Rolle der Schiedsrichter ===
Mitglieder des Review Boards werden als „Schiedsrichter“ bezeichnet. Sie werden von der Gemeinschaft nominiert und durch Konsens gewählt. Ihre Aufgabe besteht darin, Forschungsprojekte organisatorisch zu begleiten und deren Übereinstimmung mit den geltenden Forschungsrichtlinien zu fördern.
Zu den Tätigkeiten der Schiedsrichter gehören insbesondere die Kennzeichnung von Forschungsseiten, die Überwachung der Archivierung von Forschungsdaten sowie die Identifikation problematischer Forschungsmethoden. Schiedsrichter besitzen jedoch keine erweiterten administrativen Rechte. Notwendige Sanktionen oder Seiteneingriffe erfolgen durch Administratoren.
=== Auswahl von Schiedsrichtern ===
Die Auswahl von Schiedsrichtern basiert auf bisherigen Beiträgen innerhalb der Wikiversity. Kandidaten müssen fachliche Kompetenz, Engagement für wissenschaftliche Standards sowie Interesse an gemeinschaftlicher Qualitätskontrolle nachweisen. Nominierungen können sowohl durch Selbstvorschlag als auch durch andere Mitglieder erfolgen.
Nach einer offenen Diskussion innerhalb der Gemeinschaft erfolgt die Ernennung durch Konsensentscheidung. Dieses Verfahren soll Transparenz gewährleisten und das Vertrauen der Gemeinschaft in das Überprüfungssystem stärken.
=== Verhalten und Verantwortung der Schiedsrichter ===
Mit der Rolle eines Schiedsrichters gehen zusätzliche Verantwortlichkeiten gegenüber der Wikiversity-Gemeinschaft einher. Erwartet wird insbesondere ein verantwortungsvoller Einsatz fachlicher Erfahrung zur Unterstützung gemeinschaftlicher Entscheidungsprozesse.
Schiedsrichter handeln dabei nicht autoritär auf Grundlage individueller Expertenmeinungen. Vielmehr besteht ihre Aufgabe darin, wissenschaftliche Zusammenhänge zu erläutern und Diskussionen so zu begleiten, dass Entscheidungen im Konsens der Gemeinschaft getroffen werden können.
insgesamt stellt der Umgang der Wikiversity mit Primärforschung einen Versuch dar, offene kollaborative Wissensprojekte mit wissenschaftlicher Forschungspraxis zu verbinden und gleichzeitig Bildungsziele, methodische Qualität und gemeinschaftliche Kontrolle miteinander in Einklang zu bringen.


== Siehe auch ==  
== Siehe auch ==  

Version vom 28. Februar 2026, 14:50 Uhr

Wikiversity, auch als Wikiversität bezeichnet, ist ein freies Online-Bildungsprojekt innerhalb des Wikimedia-Netzwerks, das die Erstellung, Nutzung und gemeinsame Weiterentwicklung von Lernmaterialien und Bildungsressourcen unterstützt. Das Projekt verfolgt das Ziel, Wissen nicht nur zu sammeln, sondern aktiv Lern- und Forschungsprozesse zu fördern, indem Lernende und Lehrende gleichermaßen in die Erstellung von Inhalten eingebunden werden. Wikiversity bietet dabei eine Plattform für die Entwicklung von Lehrmaterialien, Kursen, Tutorials, Forschungssammlungen und Projekten, die auf kollaborative Weise erstellt und kontinuierlich verbessert werden können.

Die Inhalte auf Wikiversity werden von freiwilligen Mitwirkenden bereitgestellt und unter freien Lizenzen veröffentlicht, wodurch sie von allen Interessierten kostenfrei genutzt, angepasst und weiterverbreitet werden können. Dies fördert die offene Zugänglichkeit von Bildung und unterstützt die Idee des lebenslangen Lernens. Die Struktur der Plattform erlaubt es, Lernmaterialien nach Themenbereichen, Kursen oder Projekten zu organisieren und mit zusätzlichen Ressourcen wie Aufgaben, Übungen oder Diskussionsforen zu verknüpfen, was eine interaktive und praxisorientierte Lernumgebung schafft.

Kritik an der deutschsprachigen Wikiversity (Wikiversität)

Ein wesentlicher Kritikpunkt betrifft die fehlende inhaltliche Ausrichtung. Während die ursprüngliche Idee des Projekts auch die Förderung und Dokumentation wissenschaftlicher Forschung vorsah, spielt dieser Bereich heute faktisch keine Rolle mehr. Stattdessen konzentriert sich die Plattform nahezu ausschließlich auf die Erstellung von Lehrmaterialien. Forschungsprojekte, wissenschaftsnahe Dokumentationen oder kooperative akademische Arbeiten finden dort kaum Beachtung und sind praktisch nicht mehr Bestandteil des aktiven Projektgeschehens.

Hinzu kommt die sehr geringe personelle Vielfalt innerhalb der aktiven Community. Tatsächlich schreiben dort nur wenige langjährige Autorinnen und Autoren regelmäßig, sodass das Projekt stark von einer kleinen Gruppe geprägt wird. Neue Mitwirkende werden nach übereinstimmenden Berichten weitgehend ignoriert oder erhalten kaum konstruktive Rückmeldungen. Dies führt zu einer hohen Einstiegshürde und erschwert die Entwicklung einer breiteren, dynamischen Gemeinschaft. In vielen Fällen fehlt es an Unterstützung, Orientierung oder Motivation, sodass neue Autorinnen und Autoren kaum eine Chance haben, sich dauerhaft zu etablieren.

Auch der organisatorische Aufbau der Plattform bleibt problematisch. Entscheidungsprozesse sind schwer nachvollziehbar, verbindliche Qualitätsmaßstäbe fehlen weitgehend, und inhaltliche Pflege findet häufig nur sporadisch statt. Die Folge ist eine deutliche Qualitätsstreuung, die den pädagogischen Wert vieler Seiten beeinträchtigt. Verstärkt wird dies durch den nachweislich bestehenden Anteil an Urheberrechtsverletzungen, die in Form ungekennzeichneter Übernahmen aus externen Quellen seit Jahren immer wieder auftreten. Diese Situation stellt nicht nur ein rechtliches Risiko dar, sondern schadet auch nachhaltig der Glaubwürdigkeit des Projekts.

Siehe auch

Sekundärquellen