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Tenkterer

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Die Tenkterer (lateinisch Tencteri, altgriechisch Tenkteroi) waren ein germanischer Stamm, der in der späten Eisenzeit am Niederrhein nördlich des Usipeter-Gebiets siedelte. Sie waren besonders für ihre Reitkunst bekannt, die sowohl im Krieg als auch im Alltagsleben eine zentrale Rolle spielte. Pferde wurden von der Kindheit bis ins hohe Alter gehalten und spielten eine bedeutende Rolle bei Erbregelungen und militärischen Auszeichnungen.

Frühe Erwähnungen

Tacitus beschreibt die Tenkterer in der Germania und hebt insbesondere ihre Fähigkeiten als Reiter hervor. Die Reiter des Stammes sollen ebenso geschätzt gewesen sein wie das Fußvolk anderer germanischer Gruppen, etwa der Chatten. Pferdebesitz war eng mit Status und militärischer Ehre verbunden und wurde innerhalb der Familie vererbt.

Konflikte mit Rom

Im Winter 56/55 v. Chr. überquerten die Tenkterer gemeinsam mit den Usipetern den Rhein, nachdem sie von den Sueben aus ihrem ursprünglichen Siedlungsgebiet verdrängt worden waren. Dabei kam es zu Auseinandersetzungen mit römischen Truppen unter Gaius Iulius Caesar, in deren Folge große Teile der Bevölkerung, einschließlich Frauen und Kinder, getötet wurden.

Etwa 17 oder 16 v. Chr. überquerten die Tenkterer erneut den Rhein in Allianz mit den Usipetern und Sugambrern. Sie führten Überfälle auf römisches Gebiet durch, besiegten trotz Unterzahl eine Reiterabteilung und errangen einen überraschenden Sieg über die 5. Legion unter Marcus Lollius (bekannt als clades Lolliana), bevor sie mit erbeuteten Gütern und dem Legionseagle ins rechtsrheinische Gebiet zurückkehrten. Später mussten sie sich den römischen Feldzügen des Drusus (12–8 v. Chr.) unterwerfen.

Integration in die Franken

Ab dem 3. Jahrhundert n. Chr. schlossen sich die Tenkterer mit anderen rhein-wesergermanischen Stämmen wie den Brukterern, Sugambrern, Usipetern, Chattuariern, Chamaven und Ampsivariern zu den Franken zusammen. Später wurden auch die Chatten in dieses Stammesbündnis integriert. Diese Zusammenschlüsse legten den Grundstein für die spätere fränkische Stammesorganisation.

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