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Ubier

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Die Ubier waren ein germanischer Volksstamm, der ursprünglich am rechten Rheinufer ansässig war und später auf die linke Rheinseite in das Gebiet des heutigen Tongern und Kölns umgesiedelt wurde. Sie gehörten zu den germanischen Stämmen der sogenannten Germani cisrhenani und sind insbesondere durch ihre frühe Kontakte zu den Römern und ihre Integration in die römische Provinz Germania inferior bekannt.

Siedlungsgebiet

Ursprünglich lebten die Ubier am rechten Ufer des Rheins, nördlich des heutigen Kölns, südlich der Sugambrer und gegenüber den Treverern. Ihre Siedlungsgebiete erstreckten sich nach Norden bis etwa zur Ruhr und nach Süden über die Sieg bis zur Lahn, nach Osten über das Bergische Land und das Oberbergische Land bis ins Siegerland. Archäologische Funde, insbesondere Münzen und Oppida, sowie historische Berichte erlauben eine grobe Eingrenzung ihres Gebiets. Zu den bedeutenden Fundplätzen gehören unter anderem der Dünsberg, Königswinter, Bochum, Heuchelheim und Beckinghausen. Nach römischen Quellen lag das Kerngebiet der Ubier am Rhein, wobei sie die rechte Rheinseite besiedelten.

Lebensweise

Die Ubier wurden von Caesar als bereits zivilisiert beschrieben und verfügten über befestigte Siedlungen, sogenannte Oppida, sowie Wehranlagen. Beispiele hierfür sind das Oppidum auf dem Dünsberg, Dornburg bei Limburg, Erdenburg bei Bensberg, Petersberg bei Königswinter und Stromberg bei Windeck. Ihre Lebensweise zeigte deutliche Parallelen zu den Kelten, sodass die Ubier als keltisierte Germanen oder als Germanen mit starken keltischen Einflüssen angesehen werden. Sie beteiligten sich früh am Handel mit den Römern, sandten ihre Söhne zur Ausbildung und stellten Hilfstruppen, insbesondere Reiterei, zur Verfügung. Durch ihre enge Anbindung an Rom gerieten sie jedoch in Konflikte mit benachbarten germanischen Stämmen.

Umsiedlung

Die Ubier wurden im Zuge römischer Umsiedlungspolitik auf das linke Rheinufer verlegt, um die Rheinlinie besser zu sichern. Die Umsiedlung erfolgte während der Statthalterschaft von Marcus Vipsanius Agrippa, vermutlich 19/18 v. Chr. Das neue Siedlungsgebiet lag zwischen Rhein, Wurm, Ahr und dem Raum Köln–Bonn, zuvor teilweise von den Eburonen bewohnt. Der Hauptort der Ubier wurde Ara Ubiorum, später unter Claudius als Colonia Claudia Ara Agrippinensium bekannt, das heutige Köln. Nach der Umsiedlung wurden die Ubier häufig als „Agrippinenses“ bezeichnet.

Spätere Entwicklung

Die Ubier nahmen nur kurz und gezwungenermaßen am Aufstand des Iulius Civilis 69–70 n. Chr. teil. Im Zuge der Expansion der Franken ab dem 3. Jahrhundert und der Eroberung Kölns wurden die romanisierten Nachfahren der Ubier in die Rheinfranken integriert, die nach dem 6. Jahrhundert als Ripuarier bekannt wurden.

Religion

Die Ubier gehörten wie andere westgermanische Völker einem polytheistischen Glauben an. Bekannte Gottheiten waren Mercurius Hranno, Hercules Magusanus und Hercules Deusoniensis. Außerdem lassen sich Einflüsse des rheinischen Matronenkults erkennen, und Motive auf ubischen Münzen wie der „tanzende Mann“ oder stilisierte Pferde zeigen Parallelen zu keltischen Gottheiten wie Cernunnos und Epona.

©1997—2026 Andreas A. F. W. H. Ulrich sen. (Wulfrich) (Urheber)

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  • Werner Eck: Köln in römischer Zeit. Geschichte einer Stadt im Rahmen des Imperium Romanum. Köln 2004, ISBN 3-7743-0357-6 (H. Stehkämper (Hrsg.): Geschichte der Stadt Köln in 13 Bänden, Bd. 1). S. 31 ff.
  • Johannes Heinrichs: Ubier, Chatten, Bataver. Mittel- und Niederrhein ca. 70-1. v. Chr. anhand germanischer Münzen. In: Th. Grünewald: Kontinuität und Diskontinuität. Germania Inferior am Beginn und am Ende der römischen Herrschaft. Berlin 2003. S. 266 ff.
  • Johannes Heinrichs: Civitas ubiorum. Studien zur Geschichte der Ubier und ihres Gebiets. Stuttgart 2002.
  • Karl Strobel: Wirtschaftsstrukturen zwischen Maas und Rhein in römischer Zeit: Das Werden eines zentralen europäischen Wirtschaftsraumes 50 v. bis 500 n. Chr. In: Franz Irsigler: Zwischen Maas und Rhein: Beziehungen, Begegnungen und Konflikte in einem europäischen Kernraum, Verlag Kliomedia, Trier 2006, S. 82.
  • Siehe Germanische Altertumskunde Online ← Artikelsuche
  • Über die Ubier auf der Seite des Archäologen Jürgen Franssen