Wichtige Information: „scientia.wiki“ wurde umbenannt in „wikiscientiae.org“. Dies ist ab sofort der Name des wissenschaftlichen Forschungsprojekts und die feste Hauptdomain.

Vangionen

Aus wikiscientiae.org
Version vom 15. Februar 2026, 14:13 Uhr von Andreas A. F. W. H. Ulrich sen. (Wulfrich) (Diskussion | Beiträge)
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Die germanischen Völker um das Jahr 50 n. Chr.

Die Vangionen waren ein Stamm, dessen sprachliche, kulturelle und ethnische Zugehörigkeit nicht eindeutig geklärt ist. Sie lebten im Gebiet um das heutige Worms in Rheinland-Pfalz. Die Zuordnung zu den Kelten oder Germanen ist in der Forschung umstritten.

Römerzeit

Erster Quellenbeleg

Die älteste schriftliche Erwähnung der Vangionen stammt aus den Berichten von Julius Caesar über den Gallischen Krieg. Um 70 v. Chr. drangen verschiedene Stämme unter dem Kommando des germanischen Heerführers Ariovist nach Gallien ein. Caesar beschreibt, dass die Vangionen im Heer Ariovists gegen römische Truppen kämpften und in der entscheidenden Schlacht am 14. September 58 v. Chr. besiegt wurden.

Ethnische Einordnung

Obwohl Caesar die an der Schlacht beteiligten Stämme als Germanen bezeichnete, ist ihre tatsächliche ethnische Herkunft nicht eindeutig. Neben den Vangionen nennt er Haruder, Markomannen, Nemeter, Sedusier, Sueben und Triboker. Einige dieser Stämme könnten keltische Wurzeln gehabt haben, was auch für die Vangionen diskutiert wird. Aufgrund der spärlichen Quellenlage für das rechtsrheinische Vorfeld des Rheins im 1. Jahrhundert v. Chr. lässt sich die genaue ethnische Zugehörigkeit nicht sicher bestimmen. Die dauerhafte Ansiedlung im römischen Herrschaftsgebiet erfolgte vermutlich erst während der Regierungszeit von Augustus.

Civitas Vangionum

Nach der Sicherung der römischen Kontrolle in der Region wurde eine Civitas Vangionum eingerichtet, eine Verwaltungseinheit mittlerer Ebene. Deren Hauptstadt war Borbetomagus, das heutige Worms. Die genaue Beziehung zwischen dieser Verwaltungsbezeichnung und dem ursprünglichen Siedlungsgebiet der Vangionen ist unklar, da bislang keine eindeutigen archäologischen Funde vorliegen, die den Stamm direkt belegen.

Nachrömische Überlieferung

Auch nach dem Ende der römischen Herrschaft blieb der Name des Stammes in der Region erhalten. So wurden in einer Urkunde von 985 Worms’ Stadt, Kirche und Verwaltung als „vangionisch“ bezeichnet. In der frühen Neuzeit erlebte die Erinnerung an die Vangionen eine Wiederbelebung: Im 17. Jahrhundert nannte sich Worms civitas libera vormatia metropolis vangionum imperii. Die westlich der Stadt gelegene Region war als Wangengau bekannt, eine Bezeichnung, die sich im Volksmund im Lauf der Zeit zu Wonnegau wandelte.

©1997—2026 Andreas A. F. W. H. Ulrich sen. (Wulfrich) (Urheber)

Geschichtswissenschaftliche Nachschlagewerke

Enzyklopädien & Lexika

Brockhaus Enzyklopädie

Brockhaus Schullexikon

Brockhaus Kinderlexikon

Encyclopædia Britannica

Britannica Kids

Encyclopedia.com

Wikipedia (Wiki)

World History Encyclopedia

Wissen.de

Germanische Altertumskunde

Wissenschaftliche Standardwerke zu Lehrzwecken

Bibliotheken

Deutsche Nationalbibliothek (DNB)

Deutsche Digitale Bibliothek (DDB)

British Library (BL)

Library of Congress (LCCN)

WorldCat

Archive

Deutsches Zeitungsportal

Internet Archive (Wayback Machine)

Zeno.org

Tagesschau (ARD / Das Erste)

Wörterbücher

Duden

Langenscheidt-Wörterbücher

Pons-Wörterbuch

Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache (DWDS)

Wissenschaftliche Publikationen

National Geographic

GEO

  • GEO ← Artikelsuche

Atlanten

Diercke Weltatlas

Literatur

  • Siehe Germanische Altertumskunde Online ← Artikelsuche
  • Ralph Häussler: The Romanisation of the Civitas Vangionum. In: Bulletin of the Institute of Archaeology 15, 1993, S. 41–104 (englisch).
  • Heinz Cüppers (Hrsg.): Die Römer in Rheinland-Pfalz. Stuttgart 1990.
  • Mathilde Grünewald: Die Römer in Worms. Worms 1986.
  • Georg Wiesenthal: Das Wormser Stadtgebiet in vor- und frühgeschichtlicher Zeit. In: Wormsgau 2.1939, S. 220–233.
  • Friedrich Maria Illert: Museum der Stadt Worms – Führer durch die Sammlungen im Andreasstift. Worms 1936.