

Semnonen


Die Semnonen, (lateinisch: Semnones) waren ein germanischer Volksstamm, der in der Antike als Teil der elbgermanischen Sueben galt. Tacitus bezeichnete sie als das älteste Volk unter den Sueben („vetustissimi Sueborum“), womit ihre besondere Stellung innerhalb dieses Stammesbundes hervorgehoben wurde.
Geschichte
Um 6 v. Chr. schlossen sich die Semnonen dem Markomannenreich unter Marbod an. Im Jahr 5 n. Chr. unternahm Tiberius im Rahmen des sogenannten *Immense bellum* einen Feldzug gegen die Langobarden an der Unterelbe. Dabei soll er von römischen Flottenverbänden unterstützt worden sein. Anschließend zog er elbaufwärts, erreichte die Gebiete der Semnonen und der Hermunduren, errichtete Lager und empfing möglicherweise germanische Gesandte. Zeitgenössische Quellen wie Velleius Paterculus berichten, dass nur die Markomannen damals noch unbesiegt geblieben seien.
Im Jahr 17 n. Chr. lösten sich die Semnonen und die Langobarden von Marbod und traten dem Cheruskerbund bei. Um 100 n. Chr. erstreckte sich ihr Siedlungsgebiet vom Raum zwischen Elbe und Oder bis zu den Westsudeten und teilweise jenseits von Oder und Warthe. Im Gegensatz zu vielen westgermanischen Stämmen hatten die Semnonen zu dieser Zeit bereits Könige. Tacitus berichtet, dass ihr Territorium in 100 Gaue unterteilt gewesen sei, was eine Parallele zu früheren Angaben von Gaius Iulius Caesar über die Sueben darstellt. Das kultische Zentrum der Semnonen war ein heiliger Hain, in dem Menschenopfer dargebracht wurden.
Ab dem 3. Jahrhundert verließen große Teile der Semnonen ihr angestammtes Siedlungsgebiet an Havel und Spree und wanderten in Richtung Oberrhein, wo sie schließlich in den Alamannen aufgingen. Eine letzte Erwähnung findet sich 260 n. Chr. auf einem Augsburger Siegesaltar, wo die Semnonen als Synonym für die Juthungen, einen alamannischen Teilstamm, genannt werden. Zu diesem Zeitpunkt war ein Großteil des Stammes bereits nach Südwestdeutschland abgewandert.
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