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Deutsche Nationalbibliothek

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Die Deutsche Nationalbibliothek (DNB) ist die zentrale Archivbibliothek und nationale Bibliografie Deutschlands. Ihre Hauptaufgabe besteht darin, alle in Deutschland veröffentlichten Medienwerke, sowie deutschsprachige Werke aus dem Ausland zu sammeln, zu archivieren, bibliografisch zu erschließen und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Sie zählt zu den größten Bibliotheken der Welt und hat ihren Sitz in Leipzig und Frankfurt am Main. Die Deutsche Nationalbibliothek ist die wichtigste Institution zur Erhaltung und Dokumentation des schriftlichen und audiovisuellen kulturellen Erbes Deutschlands.

Geschichte

Die Gründung der Deutschen Nationalbibliothek geht auf das Jahr 1912 zurück, als in Leipzig die Deutsche Bücherei eröffnet wurde. Sie wurde durch einen Staatsvertrag zwischen dem Königreich Sachsen und dem Börsenverein der Deutschen Buchhändler ins Leben gerufen. Die Aufgabe der Deutschen Bücherei bestand darin, alle in Deutschland erscheinenden Veröffentlichungen zu sammeln und für die Nachwelt zu bewahren. Leipzig war zu dieser Zeit das Zentrum des deutschen Buchhandels, was den Standort der Bibliothek begünstigte.

Nach dem Zweiten Weltkrieg und der Teilung Deutschlands entstanden zwei separate Nationalbibliotheken. In der Bundesrepublik Deutschland wurde 1947 in Frankfurt am Main die Deutsche Bibliothek gegründet. Diese Institution übernahm die Rolle der Nationalbibliothek für den Westen Deutschlands. In der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) setzte die Deutsche Bücherei in Leipzig ihre Arbeit fort und wurde zur Nationalbibliothek der DDR.

Nach der Wiedervereinigung Deutschlands im Jahr 1990 wurden die Deutsche Bücherei in Leipzig und die Deutsche Bibliothek in Frankfurt am Main unter dem gemeinsamen Dach der Deutschen Nationalbibliothek zusammengeführt. 2006 erfolgte die Umbenennung der Institution in „Deutsche Nationalbibliothek“ durch das „Gesetz über die Deutsche Nationalbibliothek“. Gleichzeitig wurde die Funktion der Bibliothek erweitert, um neben gedruckten Werken auch digitale Medien und Netzpublikationen zu sammeln.

Standorte und Architektur

Die Deutsche Nationalbibliothek ist an zwei Hauptstandorten tätig: in Leipzig und in Frankfurt am Main. Beide Standorte haben lange bibliothekarische Traditionen und ergänzen sich in ihren Sammlungen und Aufgaben.

Das Leipziger Gebäude, die ehemalige Deutsche Bücherei, wurde 1916 eröffnet und gilt als architektonisches Symbol für die Bedeutung des Buches in der deutschen Kultur. Es ist ein neoklassizistischer Bau, der in den 1990er Jahren modernisiert und erweitert wurde, um den Anforderungen der modernen Archivierung und Digitalisierung gerecht zu werden. In Leipzig befindet sich auch das Deutsche Buch- und Schriftmuseum, das zur Deutschen Nationalbibliothek gehört und als weltweit ältestes Museum dieser Art gilt. Hier werden historische Drucke, Manuskripte und andere bedeutende Dokumente der Schrift- und Buchgeschichte ausgestellt.

Der Frankfurter Standort, die ehemalige Deutsche Bibliothek, wurde 1952 gegründet und ist heute ein modernes, funktionales Gebäude, das kontinuierlich erweitert wurde, um den wachsenden Beständen gerecht zu werden. Der Frankfurter Standort legt einen besonderen Schwerpunkt auf die Sammlung und Erschließung von Netzpublikationen und digitalen Medien.

Beide Standorte sind durch spezialisierte Abteilungen und Sammlungen gekennzeichnet, die zur Vielfalt und dem Reichtum der Bestände der Deutschen Nationalbibliothek beitragen.

Aufgaben und Funktionen

Die Deutsche Nationalbibliothek hat die gesetzliche Aufgabe, alle in Deutschland erschienenen Publikationen sowie deutschsprachige Werke aus dem Ausland und Übersetzungen deutscher Werke zu sammeln. Dies umfasst neben Büchern auch Zeitschriften, Zeitungen, Karten, Musikalien, Tonträger, Filme, digitale Medien und Netzpublikationen. Ziel ist es, das gesamte kulturelle und wissenschaftliche Erbe Deutschlands zu dokumentieren und für die Nachwelt zu bewahren.

Ein zentrales Element der Arbeit der Deutschen Nationalbibliothek ist die Deutsche Nationalbibliografie, in der alle gesammelten Werke erfasst und bibliografisch erschlossen werden. Diese Bibliografie ist ein wichtiges Referenzwerk für Bibliotheken, Wissenschaftler und die Verlagsbranche und dient als Nachweis über das gesamte publizistische Schaffen in Deutschland.

Die DNB ist zudem ein wichtiger Akteur im Bereich der Digitalisierung. Seit den 1990er Jahren ist sie bestrebt, ihre Bestände zunehmend zu digitalisieren und online verfügbar zu machen. Besonders hervorzuheben ist das Portal „dnb.de“, das den Online-Zugang zu den Sammlungen der Bibliothek bietet und eine zentrale Plattform für die Suche und Nutzung digitaler und physischer Bestände darstellt. Die Bibliothek betreibt auch das Langzeitarchivierungsprojekt „nestor“, das die dauerhafte Verfügbarkeit von digitalen Objekten sicherstellen soll.

Sammlung und Bestände

Die Deutsche Nationalbibliothek verfügt über eine der umfangreichsten Sammlungen in Europa. Der Gesamtbestand umfasst über 44 Millionen Medien, darunter etwa 15 Millionen Bücher und Zeitschriften, 7 Millionen Musikalien und Tonträger sowie mehrere Millionen digitale Objekte. Diese Vielfalt an Medienformaten reflektiert die kulturelle und wissenschaftliche Entwicklung Deutschlands und bietet eine umfassende Grundlage für Forschung und Lehre.

Eine besondere Sammlung der Deutschen Nationalbibliothek ist die Exilsammlung 1933 bis 1945, die Werke von Schriftstellern und Künstlern umfasst, die während der Zeit des Nationalsozialismus ins Exil gehen mussten. Diese Sammlung dokumentiert das Schaffen von Exilanten und ihre Beiträge zur deutschen Kultur und Literatur im Ausland. Auch die Sammlung von Werken aus der DDR und die Erfassung deutschsprachiger Publikationen aus dem Ausland spielen eine zentrale Rolle in der Sammlungsstrategie der DNB.

Neben den gedruckten und digitalen Werken verfügt die Deutsche Nationalbibliothek über eine bedeutende Tonträgersammlung. Das Deutsche Musikarchiv in Leipzig, eine Abteilung der DNB, ist das zentrale Archiv für Noten und Tonaufnahmen in Deutschland. Es sammelt alle in Deutschland erschienenen Musikalien und Tonträger sowie deutschsprachige Musikveröffentlichungen aus dem Ausland.

Digitalisierung und Netzpublikationen

Mit der zunehmenden Bedeutung digitaler Medien hat die Deutsche Nationalbibliothek ihre Aufgaben erheblich erweitert. Seit 2006 ist sie gesetzlich verpflichtet, auch Netzpublikationen zu sammeln und langfristig zu archivieren. Dies umfasst sowohl frei zugängliche als auch lizenzpflichtige digitale Inhalte wie E-Books, Online-Zeitschriften, Websites und andere elektronische Publikationen. Die DNB arbeitet kontinuierlich an der Entwicklung und Umsetzung von Strategien zur Erfassung und Langzeitarchivierung dieser digitalen Inhalte, um sicherzustellen, dass auch digitale Medien dauerhaft erhalten und zugänglich bleiben.

Die Digitalisierung spielt eine zentrale Rolle in der strategischen Ausrichtung der Deutschen Nationalbibliothek. Sie betreibt eine Vielzahl von Projekten zur Digitalisierung historischer Bestände, um sie der Öffentlichkeit zugänglich zu machen und ihre dauerhafte Verfügbarkeit zu gewährleisten. Dies betrifft insbesondere Werke, die aufgrund ihres Alters oder Zustands besonders schutzbedürftig sind. Die digitalisierten Werke werden über die Online-Dienste der DNB zugänglich gemacht, sodass Forscher und die interessierte Öffentlichkeit weltweit darauf zugreifen können.

Bibliografische Dienste und Kooperationen

Neben der Sammlung und Erschließung von Medien bietet die Deutsche Nationalbibliothek eine Reihe von bibliografischen Diensten an. Die wichtigste Dienstleistung ist die Erstellung und Pflege der Deutschen Nationalbibliografie, die alle in Deutschland erschienenen Werke erfasst. Diese Bibliografie ist ein unverzichtbares Hilfsmittel für Bibliotheken, Verlage und Wissenschaftler und wird regelmäßig aktualisiert.

Die Deutsche Nationalbibliothek ist darüber hinaus ein wichtiger Partner in nationalen und internationalen Bibliotheksverbünden. Sie arbeitet eng mit anderen großen Bibliotheken und wissenschaftlichen Institutionen in Deutschland und weltweit zusammen, um den Austausch von bibliografischen Daten zu fördern und den Zugang zu wissenschaftlichen und kulturellen Ressourcen zu erleichtern. Sie ist Mitglied in verschiedenen internationalen Gremien und beteiligt sich an globalen Initiativen zur Standardisierung und Verbesserung bibliothekarischer Dienstleistungen.

Analyse

Die Deutsche Nationalbibliothek ist eine der bedeutendsten Kultur- und Forschungsinstitutionen Deutschlands. Sie erfüllt eine zentrale Aufgabe in der Sammlung, Bewahrung und Bereitstellung des kulturellen Erbes des Landes und leistet einen wichtigen Beitrag zur wissenschaftlichen und kulturellen Entwicklung. Mit ihrer umfassenden Sammlung von gedruckten und digitalen Werken, ihrer Expertise in der Langzeitarchivierung und ihren vielfältigen bibliografischen Diensten spielt sie eine Schlüsselrolle im deutschen und internationalen Bibliothekswesen.

Die DNB bleibt auch in Zeiten des digitalen Wandels eine unverzichtbare Institution, die den Zugang zu Wissen und kulturellen Ressourcen sichert und das geistige Erbe Deutschlands und der Welt für kommende Generationen bewahrt.

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