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Geschichtsphilosophie

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Geschichtsphilosophie die, ein Zweig der Philosophie, der sich mit den Gesetzmäßigkeiten der Geschichte, mit dem Sinn und Ziel der Geschichte sowie den logischen Grundlagen und Methoden der Geschichtswissenschaft beschäftigt. Die Antike kannte bereits Betrachtungen über den Verlauf der Geschichte, so die Theorie vom Kreislauf der Verfassungen und die mythischen Vorstellungen von den vier Weltaltern. Allgemein lässt man jedoch die Geschichtsphilosophie mit dem Christentum beginnen. Es ordnete die Geschichte als christliches Heilsgeschehen von der Schöpfung bis zum Jüngsten Tag. Das erste geschlossene System dieser Art findet sich in Augustinus’ „De Civitate Dei“, das im ganzen Mittelalter richtungweisend für die Geschichtsphilosophie war.

Das antike Geschichtsdenken fand eine Wiederaufnahme in N. Machiavellis Theorie von Verfall und Regenerierung der virtù und in G. Vicos Geschichtsphilosophie vom gesetzmäßigen Aufstieg und Niedergang der Völker und der ganzen Menschheit.

Die Aufklärung fasste die Geschichte als Fortschritt zur Zivilisation und zur Herrschaft der Vernunft auf. In diesem Schema dachten Voltaire, D. Hume, E. Gibbon und Kant. J. G. Herder sah die Geschichte sich vollenden zum Endziel der vollkommenen Humanität. Die Geschichtsphilosophie des deutschen Idealismus fand ihre stärkste Ausprägung bei G. W. F. Hegel, der die Geschichte durch den „Fortschritt des Geistes im Bewusstsein der Freiheit“ sich dialektisch entwickeln sah. Ausgehend von Hegel, entwickelte K. Marx den historischen Materialismus; er erblickte in der Geschichte einen durch die Produktionsverhältnisse bedingten sozialen Kampf der Klassen, der über Revolutionen zu einem klassenlosen Endzustand des Kommunismus führe. Historiker wie A. Comte, H. T. Buckle, H. Taine, K. Lamprecht suchten nach Entwicklungsgesetzen; z. B. vertrat Comte den Gedanken einer Entwicklung von der Theologie über die Metaphysik zur positiven Wissenschaft (Dreistadienlehre).

Im 20. Jahrhundert entwickelte sich, z. T. vorbereitet durch die kulturgeschichtlichen Ansätze bei K. Breysig und K. Lamprecht, ein pluralistisches Geschichtsbild (O. Spengler, A. Toynbee), das die Geschichte als ein Nacheinander von Hochkulturen versteht, die verschiedene Lebensstadien wie Organismen durchlaufen. Dagegen halten andere wie K. Jaspers an einem einheitlichen Weg der Geschichte fest, in deren Verlauf Gleichzeitigkeiten der Menschheitsentwicklung festgestellt werden können. Gegen die Möglichkeit von Geschichtsmetaphysik, insbesondere die marxistische Geschichtsphilosophie, wandte sich K. R. Popper, der eine logisch begründbare historische Methode anstelle spekulativer Deutung forderte. A. C. Danto (* 1924) analysierte die Struktur historischer Beschreibung und Erklärung als eine Form von Erzählung. Für M. Foucault stellte jede kontinuierliche Geschichte nur eine Konstruktion dar, die der Herschaftsstabilisierung diene.

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